Kinder

In Herner Kitas fehlen aktuell Hunderte Betreuungsplätze

Von Röhlinghausen bis Börnig: Kernmaßnahmen, mit denen die Stadt Herne dem Mangel an Kita-Plätzen entgegenwirken will.

Von Röhlinghausen bis Börnig: Kernmaßnahmen, mit denen die Stadt Herne dem Mangel an Kita-Plätzen entgegenwirken will.

Herne.   Mit etlichen Neubauten und Erweiterungen bestehender Einrichtungen will die Stadt Herne dem Mangel an Kita-Plätzen entgegenwirken.

Die Stadt Herne muss ihre Bedarfsplanung für die Betreuung von Kindern im Alter von unter und über drei Jahren vollständig neu aufstellen. „Wir müssen massiv neue Plätze schaffen“, sagt die für den Fachbereich Kinder, Jugend, Familie zuständige Stadträtin Gudrun Thierhoff im Gespräch mit der WAZ.

Grund ist die deutlich steigende Zahl an Kindern im relevanten Alter – durch mehr Geburten, Zuzüge und Zuwanderung. Zurzeit sei die weitere Entwicklung völlig unklar, eine passgenaue Planung nicht möglich. Gefragt seien deshalb auch schnell umsetzbare, flexible Lösungen.

Verzögerungen bei Neueröffnungen

Insgesamt fehlten stadtweit, so eine Verwaltungsvorlage für die nächste Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. Oktober, rechnerisch 479 Plätze für Kinder unter drei (u3) Jahren und 269 für Kinder über drei (ü3) Jahren. Angepeilt war für dieses Jahr eine Versorgungsquote an Plätzen für u3-Kinder von 34,4 Prozent – aktuell liegt sie bei 30,8 Prozent. Für ü3-Kinder war eine Versorgungsquote von 98,9 Prozent geplant, erreicht sind 93,4 Prozent.

Hinzu kommt: Sämtliche zusätzlichen Einrichtungen, die im Sommer eröffnet werden sollten, gehen erst Ende des Jahres, meistens jedoch erst Anfang nächsten Jahres in Betrieb – hauptsächlich, weil Baufirmen und Handwerker nicht nachkämen, so Thierhoff. Das bestätigt auch Ercument Toker von Plan B. Der freie Träger wollte eine neue Einrichtung an der Eschstraße und eine Ergänzungsgruppe an der Bielefelder Straße in Betrieb nehmen – und musste beides um ein halbes Jahr verschieben.

Bis jetzt noch keine Klagen von Eltern

Bisher habe es jedoch noch keine Klagen von Eltern gegen die Stadt gegeben, sagt die Dezernentin. Der Fachbereich Kinder, Jugend, Familie habe dringende Fälle bislang immer lösen können.

Die Stadt rechnet in den nächsten Jahren mit einem weiteren deutlichen Zuwachs an Kindern und auch damit, dass immer mehr Eltern von ihrem Recht auf einen Betreuungsplatz Gebrauch machen werden. „Das ist gut und richtig so“, betont Thierhoff. Sie ist froh darüber, dass in Herne auch alle freien Träger tun, was sie können, um die Plätze bereit zu stellen. Um die größten Lücken zu füllen, planen Stadt und Träger gemeinsam bis zum Kitajahr 2020/2021 diese Kernmaßnahmen:

Neubauten und Erweiterungen

  • Kita-Neubauten auf dem Gelände des Else-Drenseck-Seniorenzentrums in Börnig und auf der Fläche der ehemaligen Schule Karlstraße in Wanne .
  • Neubau einer weiteren Kita an einem noch zu bestimmenden Standort.
  • Eventuell Einrichtung einer Kita in der ehemaligen Görresschule in Röhlinghausen.
  • Erweiterung der städtischen Kita Florastraße um eine Gruppe.
  • Zusammenlegung der Kitas Schirrmannstraße und Drögenkamp mit Neubau am Drögenkamp in Baukau.
  • Erweiterung der Kita Langforth­straße in Horsthausen um eine Gruppe.
  • Erweiterung der Awo-Kita Breddestraße in Herne-Mitte um eine Gruppe.

Das wird nicht das Ende sein. „Für u3-Kinder gibt es dann immer noch einen rechnerischen Fehlbedarf“, sagt Gudrun Thierhoff.

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) wird bei der Schaffung neuer Kita-Plätze in Herne eine maßgebliche Rolle spielen - so wie es der Verband bereits im Mai signalisiert hatte.

Awo will drei neue Einrichtungen bauen

„ Wir wollen weiterhin drei neue Kitas in Herne bauen“, sagt Ernst Steinbach, Geschäftsführer der Awo Ruhr-Mitte. Für Neubauten am Else-Drenseck-Seniorenzentrum in Börnig sowie auf dem Gelände der ehemaligen Schule Karl­straße in Wanne liefen die Planungen. Außerdem stimme man sich zurzeit mit der Stadt über eine weitere neue Kita an der Mont-Cenis-Straße in Sodingen ab, in die die Kita Düngelstraße umziehen soll. Wie berichtet, sind die Räume gekündigt worden. Neue Kita-Standorte in Horsthausen und Unser Fritz/Bickern - im Mai auf der Awo-Liste - hat der Verband inzwischen nicht mehr im Blick. Die Stadt habe ihre Prioritäten geändert, so die Begründung von Steinbach.

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