Stadtwald-Idee

In Herne lebt ein Nachfahre des Namensgebers für Blumenthal

Nikolaus von Blumenthal ist Nachfahre des Namensgebers der Zeche.

Nikolaus von Blumenthal ist Nachfahre des Namensgebers der Zeche.

Foto: Rainer Raffalski

3,3 Prozent Waldanteil in Gesamt-Herne  Die Zeche General Blumenthal kennen die meisten. Die wenigsten wissen, dass ein Nachfahre des Namensgebers in Herne wohnt. Die WAZ traf ihn.

General Blumenthal - dieser Name ist in der Stadt bestes bekannt: als ehemaliger Zechenstandort und als letzte große Brachfläche, die in Herne zur Entwicklung zur Verfügung steht. Weitgehend unbekannt dürfte allerdings sein, wer der Namensgeber der Zeche war. Und komplett unbekannt ist es der Öffentlichkeit, dass ein Nachfahre des Namensgebers in Wanne-Eickel lebt: Johannes Nikolaus Ignaz Maria von Blumenthal. Dessen Ururgroßvater war Vetter 1. Grades von eben jenem General Blumenthal.

Bleiben wir zunächst beim General: Leonhard Karl Konstantin Albrecht Graf von Blumenthal - geboren 1810 - war königlich-preußischer Generalfeldmarschall. Sein Name ist mit einigen bekannten Kriegen und Schlachten des 19. Jahrhunderts verbunden. So berichten historische Quellen, dass er sich im Krieg gegen Österreich bei der Schlacht um Königgrätz ausgezeichnet habe, im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 bei der Schlacht bei Sedan.

Just 1871 gründete der Essener Bergwerksdirektor Joseph Rive eine Bohrgesellschaft und benannte sie nach dem Generalfeldmarschall - der sich 1873 mit einem Brief bedankte: „Es gereicht mir zur Ehre und Freude, wenn die Tiefbau-Anlage meinen Namen erhält.“

Eigene Praxis in der Gerichtsstraße

Nikolaus von Blumenthal ist sich seiner Vorfahren bewusst (in einer anderen Linie steht Hans-Jürgen Graf von Blumenthal, der als Widerstandskämpfer 1944 hingerichtet wurde), er trägt auch nach wie vor das „von“ in seinem Namen, doch das interessiere ihn überhaupt nicht.

Sein Lebensweg habe ihn durch Zufall in jene Stadt geführt, die den Namen eines seiner Ahnen trug. Dass von Blumenthals Weg nicht im Ruhrgebiet begann, hört man. Er sei in Heilbronn unterhalb eines Weinbergs groß geworden. Nach der Schule sei er zum Studium nach Berlin gegangen - die 68er hätten ihn gereizt. Offensichtlich haben sie ihn nicht an einem konzentrierten Studium gehindert - es waren sogar zwei. Von Blumenthal ist Diplom-Ingenieur und Arzt für Innere Medizin.

Als Assistenzarzt im Marien Hospital

Die Suche nach einer Stelle als Assistenzarzt führte ihn ins Herner Marien Hospital zu Professor Alexander Sturm. „Ich habe mich gewundert, dass die Schwestern mich General genannt haben“, erzählt er im Gespräch mit der WAZ. So stieß er auf die Tatsache, dass einer seiner Vorfahren Namensgeber der Zeche in Wanne-Süd war.

Der 72-Jährige, der die Drogenambulanz an der Gerichtsstraße aufgebaut hat und im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten ist, interessiert sich für die Entwicklung des Geländes zwischen Kastanienallee, Ackerstraße, Dorstener Straße und Bielefelder Straße. Vom Vorstoß des Wanner Rechtsanwalts Heinrich Kill, die Fläche in einen Stadtwald zu verwandeln, hat von Blumenthal aus der WAZ erfahren. Aus seiner Naturverbundenheit, aber auch wegen des Namens böte sich die Umwandlung in einen Stadtwald an, dennoch sei er sich der Schwierigkeit und der Notwendigkeit bewusst, Gewerbe anzusiedeln. Allerdings solle man auch nicht die Bedeutung eines Stadtwalds für Arbeitsplätze kleinreden. Arbeitsplätze durch Ökologie bestünden langfristig, hinzu komme, dass auch der Wohlfühlfaktor Geld wert sei.

>> INFOVERANSTALTUNG IM MEISTERTRUNK

Diese Argumente führen Heinrich Kill und seine Unterstützer für die Schaffung eines Stadtwaldes an:

Von dem befänden sich nur 16 Prozent im ehemaligen Stadtgebiet von Wanne-Eickel; die von der Stadt in Auftrag gegebene Klimaanalyse empfehle, von einer weiteren Bebauung in Wanne und Eickel abzusehen; Eine Aufforstung zum Stadtwald sei viel kostengünstiger als die Besiedlung des Gebiets; ein gesicherter Waldbestand würde geschaffen, das heißt: es seien keine Rodungen möglich; die Entwicklung der Stadt weg von der „Autostadt“ hin zu einer lebensfreundlichen Gemeinde werde unterstützt; es würde ein deutliches geschaffen.

findet im Meistertrunk, Eickeler Markt 19, um 19 Uhr eine Infoveranstaltung statt.

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