Klassenräume fehlen

Immer mehr Schüler: Herner Grundschule soll wieder öffnen

Sie soll wieder in Betrieb genommen werden: die Grundschule an der Schulstraße in Herne.

Sie soll wieder in Betrieb genommen werden: die Grundschule an der Schulstraße in Herne.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Erst vor zwei Jahren wurde die Grundschule an der Schulstraße in Herne geschlossen. Nun steigen die Schülerzahlen. Jetzt soll sie wieder öffnen.

Das Schulgebäude der ehemaligen Grundschule an der Schulstraße in Herne-Mitte steht seit zwei Jahren leer. Nun soll es saniert werden und einen Erweiterungsbau bekommen. Im kommenden Schuljahr 2021/2022 soll an der Schulstraße 57 dann wieder eine Grundschule mit zwei Eingangsklassen öffnen.

Nachdem der Rat im vergangenen Jahr den Weg freigemacht hat für eine neue zweizügige Grundschule an der Schulstraße, hat die Stadt der Politik nun die Einzelheiten vorgestellt. Dabei unterstreicht die Verwaltung zunächst die Dringlichkeit für die Reaktivierung der aufgegebenen Schule. Die Grundschulen in Herne-Mitte, so heißt es in einer Vorlage an die Politik, seien an ihren Kapazitätsgrenzen angekommen. Bereits im Anmeldeverfahren 2020/2021 hätten alle vier Schulen Überhänge gehabt; 15 Kinder hätten abgelehnt werden müssen. Spätestens ab dem Schuljahr 2023/2024 steige der Überhang in Herne-Mitte auf zwei Schulklassen an.

Hinzu komme: Der gewünschte Ausbau des Offenen Ganztags sei in den vorhandenen Schulen nicht möglich, weil Räume fehlten. Eigentlich aber sollten die Lernbedingungen verbessert werden, in Herne-Mitte gerade auch deshalb, weil dort die Hartz-IV-Quote der unter 15-Jährigen im Vergleich zu den anderen Stadtteilen mit am höchsten sei.

Herne: Zweigeschossiger Pavillon erhält einen Anbau

Was tun? Die Stadt erinnerte sich daran, dass an der Schulstraße eine komplette Grundschule leer steht. Bevor dort im kommenden Sommer aber wieder neues Leben einzieht, muss das marode Hauptgebäude aus dem Jahr 1900 saniert und technisch für die Zukunft fit gemacht werden. Dabei müssen unter anderem Wände, Wasserleitungen und elektrische Anlagen erneuert werden, heißt es. Am Ende sollen im Erdgeschoss des Hauptgebäudes Verwaltung, Mehrzweckräume und Toiletten untergebracht sein, in den beiden Obergeschossen jeweils drei Klassenräume sowie Differenzierungs- und Computerräume.

Der zweigeschossige Pavillon entlang der Schulstraße, 2007 erbaut, soll ebenfalls weiter genutzt werden. Mehr noch: Laut der Pläne soll der Pavillon ein zweigeschossiges Erweiterungsgebäude erhalten. Untergebracht werden soll im Erdgeschoss die OGS, also die offene Ganztagsschule – mit Küche, Speisesaal und Gruppenräumen. Im Obergeschoss sollen unter anderem zwei weitere Klassenräume mit Differenzierungsraum eingerichtet werden.

Die Sporthalle, ebenfalls marode, könne ebenfalls weiter genutzt werden, müsse aber später saniert werden, heißt es weiter. Nicht zuletzt soll auch der Schulhof angepackt werden. Die Planungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Schulausschuss-Vorsitzende Birgit Klemczak lobt die Pläne

Der Immobilienausschuss hat bereits grünes Licht für die Reaktivierung der Schule gegeben, an diesem Donnerstag diskutieren der Schulausschuss (16 Uhr, Sud- und Treberhaus, Eickeler Markt) und die Bezirksvertretung Herne-Mitte (16 Uhr, Rathaus Herne) über die Pläne. Stimmt die Politik zu, dann können die Pläne umgesetzt werden.

Birgit Klemczak, Vorsitzende des Schulausschusses, begrüßt die Pläne: „Es ist ganz wichtig, dass die alte Schule wieder zu neuem Leben erweckt wird“, sagt sie zur WAZ. Die Schülerzahlen stiegen, deshalb sei Abhilfe nötig. Gerade Herne-Mitte habe hier Nachholbedarf, so die SPD-Ratsfrau. Die geplante „neue“ Schule könne sich sehen lassen, lobt sie, und auch die geplanten Baukosten seien „im Rahmen“. Und mit Blick auf die gesamte Stadt stellt sie fest: „Ganz langsam füllt sich die Schullandschaft in Herne wieder.“

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