Poetry Slam

Im „Literarischen Kabuff“ ist Spontanität Trumpf

Christofer Rott mit Gästen.

Foto: Sabrina Didschuneit

Christofer Rott mit Gästen. Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.   Christofer mit F lud wieder Musiker- und Poetry-Slam-Kollegen ins Kleine Theater ein: „Leider nur Frank“, Sascha Thamm und Björn Rosenbaum.

Christofer mit F und das „Literarische Kabuff“ entführten am Mittwoch im Kleinen Theater an der Neustraße ihr Publikum in die Welt des Poetry Slam. Das literarische Kabuff, das sind neben Christofer mit F, im bürgerlichen Leben Lateinlehrer, der Musiker „Leider nur Frank“ und die Poetry Slammer Sascha Thamm und Björn Rosenbaum.

Slammer texten auf Zuruf aus dem Publikum

Ein Programm wie im Kabarett erwartet man hier vergeblich, einige Vorträge sind vorbereitet, aber viele werden auf Zuruf aus dem Publikum ad hoc am gleichen Abend erst geschrieben, während der Pause und der Beiträge der Kollegen auf der Bühne – auf Bestellung quasi, und trotzdem weiß man vorher nicht, was man bekommen wird.

Spontanität ist an den Abenden von Christofer mit F Trumpf. Poetische Bilder, Slapsticks und witzige Wortspiele geben sich in diesen Texten die Klinke in die Hand. Mit einem Gangsterrap wartet Christofer mit F alias Captain Latin auf, denn „meine Schüler stehen darauf“. Dabei ist der Wahl-Herner allerdings auch sehr eigenwillig: „Ich bin Jazzrapper und hab‘ meinen eigenen Flow“, betont er, „ich lass‘ mir nichts aufzwingen.“

Tiefsinnige Reflexionen über den Wattwurm

Tiefsinnige Reflexionen über die menschliche Existenz, aber auch über Grillen und Wattwürmer gibt es hier auch: „Der Wattwurm war total verwirrt, er hatte sich ins Volt verirrt.“ Nein, das ist kein Blondinenwitz, sondern ein Werk in der Tradition der Tiergedichte in Knittelversen von Sascha Thamm aus Remscheid.

Originelles Attentat auf die Lachmuskeln

Björn Rosenbaum macht sich Gedanken darüber, wie die Bambiverleihung für die Errichtung eines Spielcasinos in einem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge wohl aussehen könnte. Und Poetry Slam Texte, die Donald Trump, Kartoffelsuppe, die polnische Schwiegermutter, Qualitätsmanagement und zahnärztliche Prophylaxe mit den schneidenden Balladen von „Leider nur Frank“ verbinden, sind ein originelles Attentat auf die Lachmuskeln des Publikums.

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