Haustiere

Hundesteuer bringt der Stadt Herne Millionenbeträge ein

Die Herner lieben ihre Vierbeiner, müssen dafür aber hohe Steuern zahlen.

Die Herner lieben ihre Vierbeiner, müssen dafür aber hohe Steuern zahlen.

Foto: Robert Günther

Herne.   Die Hundesteuer in Herne gehört zu den höchsten in NRW. Das zeigt ein Vergleich vom Bund der Steuerzahler. Kritik kommt vom Tierheim-Vorstand.

Hundehalter müssen in Herne tief in die Tasche greifen. Die Stadt gehört bezogen auf die Hundesteuer zu den teuersten in NRW. Das zeigt ein aktueller Vergleich vom Bund der Steuerzahler (BdSt), bei dem erstmals alle 396 NRW-Kommunen miteinander verglichen wurden. Dort belegt Herne Platz 11.

Während man in der 8500-Einwohner-Gemeinde Lienen mit 24 Euro pro Jahr fürs Tier in Nordrhein-Westfalen am günstigsten wegkommt, werden in Herne 152 Euro für den ersten Hund im Jahr fällig. Ab dem zweiten Hund steigt der Satz auf 188 Euro je Hund. Ab drei Hunden müssen Besitzer jeweils 206 Euro zahlen.

Steuerzahlerbund: Hundesteuer ist „Bagatellsteuer“

Spitzenreiter im Hundesteuer-Abgleich ist die Stadt Hagen, die 180 Euro für den ersten Hund verlangt. Hernes Nachbarstadt Bochum hatte ihren Steuersatz zum Jahresbeginn angehoben und belegt mit 168 Euro nun landesweit Platz 2.

Der BdSt nennt die Hundesteuer eine „Bagatellsteuer“, deren Einführung meist mit der Begrenzung der Zahl der Hunde im Gemeindegebiet begründet werde. So argumentierte auch die Stadtpolitik bei der letzten Erhöhung der Hundesteuersätze zum 1. Januar 2018. Doch die Zahl der Vierbeiner mit Hundeplakette im Stadtgebiet wächst weiter.

Mit Steuer 1,26 Millionen Euro eingenommen

Laut Angaben der Stadt waren zum 1. April 8149 Hunde in Herne gemeldet, so viele wie nie zuvor (siehe Grafik). Das ist ein Anstieg von knapp acht Prozent, vergleicht man die Angaben mit denen von 2009 (7526). Im gleichen Zeitraum hat die Stadt die Hundesteuer deutlich erhöht: Waren es vor zehn Jahren noch 114 Euro für einen einzelnen Vierbeiner, zahlen Besitzer heute 38 Euro mehr pro Jahr.

Das bringt der Stadt beachtliche Einnahmen. Seit 2013 kassiert die Kommune Millionenbeträge von den Hundehaltern. Im vergangenen Jahr hat die Stadt eine Rekordsumme von 1,26 Millionen Euro eingenommen. Gelder, die nicht unmittelbar dafür eingesetzt werden, die Stadt hundefreundlicher zu machen.

Tierheim-Vorstand: „Stadt tut zu wenig für Hundehalter“

Das kritisiert auch Wolfgang Scheibel vom Vorstand des Tierschutzvereins Herne Wanne e.V.: „Die Hundesteuer ist eine Art Luxussteuer. Stetig hat die Stadt die Hundesteuersätze erhöht. Doch bis auf ein paar Kleinigkeiten tut die Stadt sehr wenig für die Hundehalter.“

Zu den Kleinigkeiten zählt Scheibel die Hundekotbeutelspender, von denen die Stadt nach eigenen Angaben rund 110 Stück, unter anderem an den acht ausgewiesenen Hundewiesen und den Eingängen zu den größeren Parks und Grünanlagen, aufgestellt hat.

Diese würden zwar auch in der Nähe des Tierheims regelmäßig bestückt, es fehle aber an Mülleimern, um die Beutel ordnungsgemäß zu entsorgen, meint Wolfgang Scheibel. „Der Kotbeutel landet oftmals im Gebüsch.“

Keine Steuerbefreiung in Herne

Auch die Zahl der Hundewiesen in Herne hält er für überschaubar. Scheibel: „Hier könnte die Stadt mehr tun.“

Auf eine Steuerbefreiung für Tierheimhunde, wie sie zuletzt in Bochum eingeführt wurde, müssen Herner ebenso verzichten. Wer dort einen Hund aus dem Tierheim aufnimmt, wird für ein Jahr von der Steuer befreit. Dies gilt aber nur einmal in fünf Jahren.

>>> Info: „Gefährliche Hunde“ kosten am meisten

Halter eines vom Land als gefährlich eingestuften Hundes wie Pitbull oder Staffordshire Terrier zahlen derzeit 250 Euro (bis 2017: 144 Euro). Bei zwei oder mehr „gefährlichen“ Hunden zahlen Besitzer 310 Euro je Hund.

Die Politik hatte 2017 eine Verfünffachung auf 696 Euro diskutiert, doch dann die „Kampfhundesteuer“ kassiert. Seit 2018 zahlen in Herne nun alle Hundehalter mehr.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben