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Hundeschwimmen in Herne: Vierbeiner tollen durch den Südpool

Shiro mag die Rutsche zwar nicht, aber wenn das Herrchen es befiehlt … Das  Hundeschwimmen zum Saisonende im Südpool war laut Veranstalter ein voller Erfolg.

Shiro mag die Rutsche zwar nicht, aber wenn das Herrchen es befiehlt … Das Hundeschwimmen zum Saisonende im Südpool war laut Veranstalter ein voller Erfolg.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Andere Städte haben es ausprobiert, jetzt hatte auch Herne sein erstes Hundeschwimmen: 150 Vierbeiner tobten am Samstag durch die Becken.

16 Grad, die Sonne scheint und Balou geht’s gut: Immer wieder schnappt er sich am Samstagnachmittag das Wasserspielzeug eines anderen Gastes im Kinder-Schwimmbecken des Südpool. Naja, als acht Monate alte, sturköpfige Bordeauxdogge kennt man sich eben nicht so gut mit Eigentumsverhältnissen aus – die Besitzerin des Spielzeugs bleibt glücklicherweise entspannt. Unzählige Hunde verschiedenster Rassen tollen beim ersten Hundeschwimmen durch die Becken und über die Liegewiesen des Freibads an der Bergstraße. Balou schüttelt sich das Wasser aus dem Fell und tapst auch mal durch die Beine der zahlreichen Zweibeiner.

Zum ersten Hunde-Event kommen 350 Gäste

„Heute sind 350 Gäste mit 150 Hunden zu uns gekommen, das war ein voller Erfolg“, freut sich Veranstalter Norbert Menzel. Wegen der Pandemie durften jedoch zeitgleich nie mehr als 100 Personen auf das Gelände, was die Mitarbeiter des Veranstalters streng kontrollierten – zu Wartezeiten sei es trotzdem nur geringfügig gekommen, gibt Menzel an. „Treibende Kraft für das Event war übrigens meine Frau Martina, sie war mit unserem Hund Theo zum Hundeschwimmen und brachte die Idee mit.“ Auch am Samstag ist Theo mit von der Partie und läuft nach dem Schwimmen sichtlich begeistert von den Gerüchen auf dem Gelände herum. Anstatt Chlorgeruch – das Wasser ist für die Hunde chlorfrei – zieht der Duft von Pommes und Waffeln über das Gelände, die die Gäste an Bierbänken verspeisen.

Ein Leichenspürhund im Freudentaumel

Nebst dem nur für die feinen Nasen der Vierbeiner zu erschnuppernden Duft der angebotenen Hunde-Leckerchen an den Verkaufsständen. Auch Bordeauxdogge Balou bettelt mit seinen grünen Augen immer wieder Gäste an. Es sind eben Düfte, die der Hundemagen begehrt. Derweil wirft Kerstin Rüttershoff aus Datteln unermüdlich ihrer zweieinhalbjährigen Dobermann-Bernersennen-Mischung Laika einen Ball ins Becken und Laika springt ebenso unermüdlich hinterher und bringt ihn ihr in ekstatischer Freude zurück. „Sie arbeitet sonst bei der DLRG als Leichenspürhund, aber durch Corona haben wir weniger Übungsstunden, da ist das hier ein toller Ausgleich heute“, erklärt die 48-Jährige.

Keine Beißerei und keine Verunreinigung

Zwischendurch ist es windig, so fällt Samstagmittag ein Teil des Verkaufsstands von Jackys Hundeparadies um – ein Schaden ist aber glücklicherweise weder an Zwei-, oder Vierbeinern, noch an den Waren entstanden. Auch andere kleinere und größere Katastrophen bleiben aus: „Trotz der vielen Hunde haben wir auf dem Gelände keine Verunreinigungen entdeckt und es gab auch keine Beißerei“, sagt Menzel.

Fragt man die Gäste, loben viele die Location. „Der riesige Auslauf ist toll“, sagt beispielsweise Alina Weckes begeistert, „und die unterschiedlich tiefen Becken sind perfekt für Hunde, die Angst haben, gleich ins tiefe Wasser zu springen.“ Für das Hundeschwimmen ist die 21-Jährige mit ihrem Partner und Dogge Balou aus Dortmund gekommen. „Als Verbesserungsvorschlag fällt mir nur das Eingangstor ein: Das wäre besser geschlossen, damit kein Hund entlaufen kann.“

Die Erlöse gehen an ein Tierheim

Das sehen nicht alle Gäste so. „Es liegt auch in der Verantwortung der Halter, den eigenen Hund im Blick zu behalten“, findet beispielsweise Angela Kaiser, die mit ihrer Leonberger-Hündin Cookie aus Kamen zum Hundeschwimmen gekommen ist, „und abgesehen vom Eingangstor ist das Gelände ja komplett eingezäunt.“

Wie viele Gäste lobt die 27-Jährige insbesondere, dass die Einnahmen des zweitägigen Events komplett gespendet werden. „Die Betreiber des Südpool nehmen von uns auch keine Gebühren, deshalb ist das möglich“, so Menzel. Für 2021 kann er sich gut ein weiteres Hundeschwimmen vorstellen. Aber eine Veränderung soll es geben: „Dann dürfen auch die Halter mit ins Wasser.“ Das hätte auch bei diesem ersten Hundeschwimmen gut gepasst, meint Menzel: „Der Südpool hat vergessen die Pool-Heizung auszustellen: Das Wasser hat 20 Grad!“

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