Politgeflüster

Hernes Oberbürgermeister im Wohlfühl-Talk beim CDU-Chef

OB Frank Dudda (li.) nahm für den Podcast von CDU-Chef Timon Radicke in dessen Arbeitszimmer Platz.

OB Frank Dudda (li.) nahm für den Podcast von CDU-Chef Timon Radicke in dessen Arbeitszimmer Platz.

Foto: CDU

Herne.   Warum der OB im Sessel des CDU-Chefs besser aufgehoben ist als auf einer „Fridays for Future“-Demo und warum Bernd Blech kein Bettvorleger ist.

Sollte ein Oberbürgermeister, der einer Partei angehört und der mit der Klimapolitik seiner Verwaltung ja nicht unumstritten ist, als Redner auf einer „Fridays for Future“-Demo auftreten? Darüber kann man trefflich streiten. Gut aufgehoben war Frank Dudda dagegen jüngst in Timon Radickes Arbeitszimmer.

Der OB nahm dort im grünen Sessel Platz, um für den Podcast „Stadtgeflüster Herne“ des CDU-Chefs Rede und Antwort zu stehen. Das Gespräch war von jener Harmonie geprägt, die bisher (in der Regel) auch die rot-schwarze Ratskooperation kennzeichnet. Der Oberbürgermeister erzählte u.a. von seinem Faible für Alt-Kanzler Gerhard Schröder und Schlagersänger Roland Kaiser. Er lobte die „komfortable“ Mehrheit im Rat. Und er wunderte sich über die Bürgerinitiative Stadtwald und die Debatte über das Blumenthal-Gelände, die „an den Eigentumsrechten vorbeigeht“. In einem Punkt gab es einen kleinen Dissens: Während Radicke sich über das Wort „Klimanotstand“ echauffierte, fand Dudda den Begriff gar nicht so schlimm, denn: „Wir haben die Klimaschutzziele nicht erreicht und müssen mehr tun.“ Der Podcast kann unter anderem auf iTunes (Apple) heruntergeladen werden.

Doch kein Bettvorleger: Bernd Blech

Als Tiger gesprungen, als Bettvorleger gelandet? Diesen Eindruck erweckte jüngst Bernd Blech. Der Stadtverordnete der „Unabhängigen Bürger“ erklärte am Dienstag im Rat, dass er seinen Antrag auf ein Wildtierverbot in Herner Zirkusmanegen „nach mehreren Gesprächen“ zurückziehe. Ob er mit der Stadt, mit Zirkusdirektoren oder gar mit Tigern und Elefanten geredet hat, verriet er nicht. Aufklärung über die Gesprächspartner gab es erst nach der Ratssitzung: SPD und CDU hätten ihm signalisiert, so Blech zur WAZ, dass sie dem Antrag zustimmen könnten, wenn er etwas anders formuliert würde.

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