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Hernerin will nach 30 Jahren zurück in die Heimat

Der Schrebergarten ist Birgit Stachowskis Rückzugsort.

Der Schrebergarten ist Birgit Stachowskis Rückzugsort.

Foto: Ralph Bodemer

Herne.  Birgit Stachowski lebt seit über 30 Jahren in den Niederlanden. Mehrmals im Jahr zieht es sie nach Hause. Ihr Schrebergarten ist ihr „Rückzugsort“.

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Ein Dutzend älterer Damen hat sich mit Fahrrädern vor der Schrebergarten-Anlage in Baukau versammelt. Das mehrstimmige Lachen der Gruppe ist von Weitem zu hören. Recht gewöhnlich für einen Montagmorgen. Nicht für Birgit Stachowski. „Diese Geselligkeit der Deutschen find’ ich einfach toll“, sagt die 54-Jährige. Seit 30 Jahren wohnt sie in den Niederlanden. Geboren und aufgewachsen ist sie in Herne. Und dahin will sie wieder zurück.

Stachowskis Parzelle im Kleingartenverein am Hoverskamp 50 liegt am Eichhörnchenweg 6. „Aber Eichhörnchen habe ich hier noch nie gesehen“, sagt Stachowski und öffnet lachend das eiserne Tor, hinter dem sich ihr „Rückzugsort“ erstreckt. Überraschend große Grünflächen, Apfelbäume, die schon jetzt ihre Früchte abwerfen, ein alter Kirschbaum, der über ein kleines Häuschen ragt.

Vier- bis fünfmal im Jahr besucht sie ihr kleines Paradies in Herne. Dazwischen hält ihr Onkel Gerd, der die Nachbarparzelle seit Jahrzehnten angemietet hat, den Garten in Schuss.

Stachowski reicht das nicht mehr. „Ich will zurück nach Herne. Ich habe genug Wasser gesehen.“

Hernerin mag die Freundlichkeit der Niederländer

Wie so oft im Leben war es die Liebe, die die Weichen gestellt hat. Ihre Eltern hatten ein Chalet am Ijsselmeer, Stachowski fuhr oft mit, arbeitete an der Rezeption und lernte ihren Freund kennen.

Anfangs arbeitete sie noch in Düsseldorf bei einer Werbeagentur. Sie sahen sich nur am Wochenende, auf Dauer nicht genug. Die Beziehung zerbrach, aber von Friesland konnte sich die Hernerin nicht trennen.

„Die Niederländer sind so freundlich. Die grüßen jeden. Wenn ich hier jemanden auf der Straße grüße, denken die, ich bin nicht normal“, sagt Stachowski. Auch in den Firmen, in denen sie als Marketing- und Verkaufsmanagerin angestellt war, merkte sie den Unterschied. Chefs verzichteten auf das förmliche Sie, Hierarchien gab es nicht. Stachowski lernte im täglichen Kontakt mit den Kunden schnell Holländisch, verkaufte zehn Jahre lang Luxushäuser, arbeitete anschließend für den Verlag „Kade 9“ und „Boat Inn BV“ und vermarktete bei Faber Celbeton BV Schaumbeton, mit dem abgesackte Böden gerettet werden.

Gute Kontakte ins Nachbarland

Die Idee, irgendwann zu ihren Wurzeln zurückzukehren, hatte sie „eigentlich schon immer“. Nachdem ihr Vater in Herne verstarb, nahm sie ihre Mutter mit nach Holland. Bei einem Heimatbesuch im Herner Schrebergarten bei Onkel Gerd hatte ihre Mutter einen Einfall. Das Nachbargrundstück war gerade frei. Ihre Tochter könne das ja mieten.

Seit 2007 macht Birgit Stachowski Urlaub in ihrer Heimat. Und arbeitet weiter da, wo andere urlauben. Das soll sich bald ändern. Stachowski möchte ihre Kontakte, ihr Wissen über den Wirtschaftsmarkt in den Niederlanden und ihre Fähigkeiten als Marketingmanagerin nutzen, um deutsche Firmen dabei zu unterstützen, ihre Produkte im Nachbarland zu vertreiben. Der niederländische Markt sei offen für Produkte aus Deutschland, die Geschäftsbeziehungen „sehr gut“. Arbeiten kann sie von zu Hause, bräuchte dafür nur ihren Laptop und ihr Handy.

„Es gibt so viele Möglichkeiten im Ruhrgebiet“, schwärmt Stachowski. Eine ist vielleicht auch für sie bestimmt.

Die Hernerin kontaktierte unsere Redaktion, nachdem sie WAZ-Karten für eine Fahrt mit dem Riesenrad auf der Cranger Kirmes gewonnen hatte.

Im Moment arbeitet und lebt sie noch in Sneek, einem 30 000-Einwohner-Dorf in der Nähe des Ijsselmeers, rund 250 Kilometer von Herne entfernt.

Firmen können sich bei Birgit Stachowski melden per E-Mail an bstachowski@home.nl

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