Konjunktur

Herner Unternehmen blicken optimistisch auf das neue Jahr

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Foto: Ralph Bodemer

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Herne.   Die traditionelle WAZ-Konjunkturumfrage ergab: Herner Unternehmen blicken optimistisch auf das Jahr 2018. Es gibt nur wenige Ausnahmen.

Heiter - mit nur wenigen Wolken. Auf diesen Nenner lassen sich die Erwartungen der Herner Unternehmen für das Jahr 2018 auf einen Nenner bringen. Die WAZ hat für ihre traditionelle Konjunkturumfrage wieder einige Unternehmen befragt. Passend zur allgemein guten Lage in Deutschland herrscht bei den meisten Optimismus.

Über der Cranger Vulkan-Gruppe hingen 2016 und zu Beginn des Jahres 2017 noch dunkle Wolken, die Schiffskupplungs-Sparte hatte Probleme. Davon kann nach den Worten des Geschäftsführenden Gesellschafters Sebastian Hackforth keine Rede mehr sein: „2017 war für Vulkan ein sehr positives Jahr. Der Umsatz lag zwar ,nur’ auf dem Niveau von 2016, aber zehn Prozent über der Prognose.“ In das Jahr 2018 blicke Vulkan positiv.

Im Schiffsbau und Schiffsbetrieb, die den größten Anteil zum Vulkan-Umsatz beisteuern, gebe es Überkapazitäten im Bereich der Handelsschifffahrt, das Offshore-Ölgeschäft sei fast komplett zum Erliegen gekommen. Doch dies würde durch andere Bereiche kompensiert, so dass Vulkan in der Schiffssparte ein stabiles Geschäft erwartet. Das Gleiche gelte für die industrielle Antriebstechnik. Für die Energieerzeugung und Kälte-Klimatechnik (hier ist Vulkan seit Jahren Marktführer) könnte sich die positive Geschäftsentwicklung nochmals verstärken.

Stabile internationale Konjunktur Mit Spritzguss hat die Silex GmbH ein weiteres Standbein. Foto: Ralph Bodemer

Bei der Silex GmbH, die Produkte aus Silikon herstellt, war 2017 erfolgreich. „Wir denken, dass es trotz diverser Verteuerungen, zum Beispiel bei Strom oder bei Rohstoffen, ein genauso gutes Jahr 2018 werden kann. Möglicherweise ist auch eine kleine Steigerungsrate drin“, so Geschäftsführer Dirk Möller. Bereits im vergangenen Jahr hätte Silex noch erfolgreicher sein können, doch der Fachkräftemangel habe als Bremse gewirkt. Trotz sehr guter Zusammenarbeit mit einigen Arbeitsagenturen sei es nicht gelungen, die ein oder andere Stelle qualifiziert zu besetzen.

Der Betonpumpenhersteller Schwing erwartet für beide Werke in Herne wie 2017 eine Vollauslastung. Auftragseingang und -bestand befänden sich auf gutem Niveau. Getragen werde dies durch eine stabile inländische, europäische und amerikanische Konjunkturlage. Auch das Chinageschäft entwickle sich seit mehreren Jahren positiv. Durch innovative Produkte sei es gelungen, die eigene Position in den wesentlichen Märkten zu sichern oder auszubauen. Allerdings, so Geschäftsführer Gunther Abolins: „Mit Sorgen betrachten wir die weitere Entwicklung des Dollarkurses. Im Jahr 2017 bedeutete die erhebliche Abwertung des Dollars für die Schwing-Stetter-Gruppe bereits einen negativen Währungseffekt vom mehreren Millionen Euro.“ In der Summe zeigt sich Abolins optimistisch für 2018.

Während sich die Enexio GmbH im hart umkämpften Markt der Kühltechnologien für Kraftwerksanlagen behaupten konnte und erwartungsvoll auf 2018 schaut, rechnet der Armaturen-Produzent Adams mit stagnierenden Auftragseingängen. Als Grund nennt Geschäftsführer Martin Adams kritische Rahmenbedingungen wie den Ölpreis oder Sanktionen gegen Russland.

>> DAS SAGEN DIE KAMMERN

Martin Klinger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, sieht für 2018 eine „positive Perspektive“. Die Betriebe beurteilten ihre Auftragslage in aller Regel als „gut“, mindestens aber als „zufriedenstellend“, gerade jene Gewerke, die mit Bauen zu tun hätten. Klinger macht bei der positiven Perspektive eine Einschränkung: die Lebensmittelbranche. Hier stehe das traditionelle Handwerk unter hohem Druck durch Supermärkte und Discounter.

IHK-Hauptgeschäftsführer Eric Weik hat bei seinem Blick auf 2018 speziell Herne im Fokus. „Seitdem Frank Dudda Oberbürgermeister in Herne ist, spürt man nicht nur Aufbruchstimmung, man sieht auch die ersten Erfolge dieses Aufbruchs. Herne hat es geschafft, auf der Landkarte von Investoren und Unternehmen ein Fähnchen zu setzen“, so Weik.

Die IHK wolle die Umtriebigkeit des OB unterstützen – so werde sicherlich das nächste Wirtschaftsforum in Herne noch ein wenig größer als das erste. Ein zentrales Problem bestehe aber nach wie vor: die zu geringe Zahl an angebotenen Ausbildungsplätzen. „Wir müssen für Ausbildung werben, bei den Jugendlichen wie bei den Unternehmen“, so Weik. 2017 habe dies erste zarte Erfolge gebracht. Die IHK werde deshalb 2018 – gemeinsam mit der Kreishandwerkerschaft – wieder mit dem Azubi-Express auf der Cranger Kirmes vertreten sein.

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