Umwelt

Herner Umweltschützer wollen Kampf für Weltmeere verstärken

Vor den Gefahren des Plastikmülls für die Meere warnt das „Project Blue Sea“ seit Jahren. Nun will der Verein auf weitere Probleme in den Weltmeeren aufmerksam machen.

Vor den Gefahren des Plastikmülls für die Meere warnt das „Project Blue Sea“ seit Jahren. Nun will der Verein auf weitere Probleme in den Weltmeeren aufmerksam machen.

Foto: Ethan Daniels

Herne.  Beim Kampf gegen Plastikmüll war „Project Blue Sea“ aus Herne Vorreiter. Nun will der Verein sein Engagement ausweiten – und stößt auf Probleme.

„Piwi und die Plastiksuppe“ heißt ein Buch, mit dem die Meeresschutzorganisation „Project Blue Sea“ schon seit einiger Zeit kindgerecht auf das Problem des Plastikmülls aufmerksam macht. Mit finanzieller Unterstützung des Umweltbundesamtes sind bereits 150.000 Exemplare an Schulen und Bildungseinrichtungen verteilt worden. Zusätzlich hat der Verein jetzt einen Bildungskoffer entwickelt, der sich reger Nachfrage erfreut.

Bei den Entsorgungsbetrieben in Herne und Bochum und beim Verein „Project Blue Sea“ selbst können Schulen und Organisationen den Koffer ausleihen. Nun möchte Sascha Regmann, Chef des Vereins mit Sitz in Herne, weitere Projekte an den Start bringen – doch da stößt er auf Probleme.

Raubbau in der Tiefsee

„Als wir vor etwa zehn Jahren an unseren Infoständen auf die Gefahren durch die immensen Plastikmassen in den Weltmeeren hingewiesen haben, gehörten wir zu den wenigen, die die Bedrohung erkannt haben und im Blick hatten“,

erläutert Regmann. Das habe sich nun grundlegend geändert. Inzwischen befasse sich eine breite Öffentlichkeit mit dem Thema, man spüre einen Bewusstseinswandel. Zudem habe die Europäische Union bereits bestimmte Sorten von Plastikartikeln verboten. Diese Entscheidungen seien auf jeden Fall begrüßenswert, betont Regmann.

Daher ist aus Sicht von „Project Blue Sea“ die Zeit gekommen, um auf weitere Gefahren einzugehen, die den Meeren drohen. Regmann nennt einige Beispiele: Der Raubbau in der Tiefsee, um an Kupfer, Nickel oder Kobalt zu gelangen, führe zu erheblichen Umweltschäden, die „man allerdings nicht sieht“. Die Folgen, die der Massentourismus beispielsweise für die Meeresstrände mit sich bringe, indem er Tieren ihren Lebensraum nehme, „werden viel zu wenig beachtet“. Ferner habe auch der Klimawandel gravierende Auswirkungen auf die Ozeane. Das Korallensterben sei nur eines von vielen negativen Beispielen, die man hier aufführen könne, erläutert der Vorstand des Vereins.

Absage vom Bundesumweltamt

Nun hat die Herner Initiative bereits eine Fortsetzung des „Piwi“-Buchs entwickelt. In der neuen Folge stehe der Klimawandel mit seinen Konsequenzen für die Meere im Mittelpunkt. Auch hier werde mit Bildern und in kindgerechter Sprache dargestellt, was der Klimawandel für die Ozeane bedeute. Doch das Bundesumweltamt habe einer weiteren Förderung eine Absage erteilt. „Wir bemühen uns derzeit, alternative Finanzgeber zu finden“, erklärt Regmann. Man stehe im Kontakt mit Vereinen und Stiftungen und hoffe, dass dort Bereitschaft bestehe, den Verein zu unterstützen.

Darüber hinaus gebe es ohnehin noch weitere offene Fragen, über die dringend gesprochen werden müsse. Nach Worten des Vereinsvorstandes machen nicht nur der sichtbare Müll sowie die Mikroplastikteile den Meeren zu schaffen, Nitrat gelange durch die Form der heutigen Landwirtschaft in die Ozeane. Ebenso verhalte es sich mit dem Medikamentenresten. Auch sie sorgen für eine Verschmutzung des Wassers, wobei es äußerst wichtig wäre, die Substanzen aus dem Wasser herauszufiltern.

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