Parteitag

Herner SPD will die Verkehrswende vor Ort einleiten

Im Mittelpunkt des SPD-Parteitags im Volkshaus Röhlinghausen stand am Mittwochabend das Thema Mobilität. Zu Gast waren 120 Mitglieder.

Im Mittelpunkt des SPD-Parteitags im Volkshaus Röhlinghausen stand am Mittwochabend das Thema Mobilität. Zu Gast waren 120 Mitglieder.

Foto: Olaf Fuhrmann

Herne.   Die Herner SPD diskutierte über die Mobilität der Zukunft. Dabei wurde der Ruf nach einer Verkehrswende laut. Das sind die Vorschläge.

Die Herner SPD will den Verkehr in der Stadt neu ordnen. Beim Parteitag der Sozialdemokraten am Mittwochabend legte die Partei ein Diskussionspapier vor, das einen Umstieg auf Elektrofahrzeuge, vor allem aber auf Bus und Bahn sowie aufs Fahrrad vorsieht. Beschlüsse wurden aber nicht gefasst. Zunächst will die SPD auf einer Klausurtagung Anfang 2019 weiter über das Thema beraten.

„Zukunft der Mobilität in Herne“ – unter diesem Thema stand der Parteitag im Volkshaus Röhlinghausen, zu dem knapp 120 Mitglieder erschienen waren. SPD-Ratsherr Ulrich Syberg forderte in seinem Eingangsreferat eine Verkehrswende auch in Herne. Dabei stellte er klar: „Elektroautos werden es nicht bringen.“ Denn egal, mit welchem Antrieb Pkw unterwegs seien, sie pflasterten die Stadt immer mehr zu. Schon jetzt seien 76.000 Fahrzeuge unterwegs, das bedeute, dass ein Quadratkilometer in Herne voller Blech sei.

„Erschreckendes Nutzungsverhalten“

Erschreckend, so Syberg, sei auch das Nutzungsverhalten der Herner. 20 Prozent nutzten das Auto für Strecken bis zu einem Kilometer, 45 Prozent für Strecken bis zu zwei und 72 Prozent für Strecken bis zu vier Kilometern. Würden diese Menschen zu Fuß beziehungsweise aufs Rad oder den ÖPNV umsteigen, hätte Herne einen Riesenschritt gemacht, so Syberg, der auch Vorsitzender des Fahrradclubs ADFC in Deutschland ist. Er rief die SPD dazu auf, die Verkehrswende nun anzugehen: „Sie kommt nicht von allein, man muss hart daran arbeiten.“

In ihrem Diskussionspapier fordern die Sozialdemokraten unter anderem eine neue intelligente Parkraumbewirtschaftung, neue Sharing-Modelle für Fahrrad, Pedelec und E-Autos sowie ein ÖPNV-Jahresticket von 365 Euro.

Kirmes: P&R-Nutzer werden benachteiligt

Letzteres, sagte HCR-Chef Karsten Krüger in seiner Rede, sollte man durchaus diskutieren. Allein: Das Ticket würde den Herner Haushalt mit jährlich mehreren Millionen Euro zusätzlich belasten – von Investitionen in die Infrastruktur ganz zu schweigen.

Krüger forderte dagegen „mehr Mut für eine Bevorrechtigung des ÖPNV“, etwa durch Busspuren. Bei der letzten Cranger Kirmes seien die Fahrgäste dagegen sogar benachteiligt worden – jene, die Park & Ride genutzt hätten und 500 Meter vor der Kirmes aus dem Bus gelassen worden seien – „um dann an den ganzen Parkplätzen vorbeizulaufen, wo sie für weniger Geld hätten parken können“.

Laut SPD-Unterbezirksvorsitzendem Alexander Vogt geht manche Forderung in dem SPD-Diskussionspapier „über das mögliche Maß hinaus“ und koste zudem viel Geld. Wolle man etwa das 365-Euro-Ticket einführen, müssten sich Bund und Land beteiligen.

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