Sicherheitsrundgänge

So will die SPD das Sicherheitsgefühl in Herne verbessern

Arnold „Adi“ Plickert (li.), Sozialdemokrat und langjähriger Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW, begleitete die SPD als Experte bei allen vier Stadtteilrundgängen. Das Motto lautete „Sicher fühlen in Herne“.

Arnold „Adi“ Plickert (li.), Sozialdemokrat und langjähriger Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW, begleitete die SPD als Experte bei allen vier Stadtteilrundgängen. Das Motto lautete „Sicher fühlen in Herne“.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  „Sicher fühlen in Herne“ - so lautete das Motto bei vier Stadtteilrundgängen der Herner SPD. Und so will die SPD das Sicherheitsgefühl erhöhen.

Nach Rundgängen unter dem Motto „Sicher fühlen in Herne“ durch vier Stadtteile zieht die SPD eine Bilanz - und macht einige Verbesserungsvorschläge.

Das Format

Eickel, Horsthausen, Wanne und Herne-Mitte - für jeden Stadtbezirk hatte die SPD-Spitze um Alexander Vogt und Hendrik Bollmann einen Stadtteil ausgesucht, um diesen mit Bürgern zu begehen. Es galt, Probleme und Angsträume zu benennen sowie Lösungsansätze aufzuzeigen, so der Anspruch. Als Sicherheitsexperte immer mit dabei: Arnold Plickert, Ex-Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in NRW und SPD-Kandidat für den Bezirk Eickel bei der Kommunalwahl 2020.

Die Dauerbrenner

Verkehrsprobleme und dunkle Ecken seien immer wieder thematisiert worden, so Plickert zur WAZ. Die Verkehrsmoral sei offenbar „ganz tief im Keller“. „Es wird geparkt wie Sau, jeder fährt so schnell, wie er will“, so fasst Plickert Klagen von Bürgern und Genossen zusammen. Und auch Angst vor dunklen Ecken in den Stadtteilen sei immer wieder thematisiert worden - zum Beispiel an der Gesamtschule Wanne. Mit zwei, drei Lampen wäre es in den meisten Fällen schon getan. Plickerts konkreter Vorschlag: Die Stadt sollte in den nächsten Jahren für Herne einen „Masterplan Licht“ aufstellen.

Der Brennpunkt

„Am Buschmannshof ist alles dabei: Drogen, Alkoholszene und aggressive Jugendgruppen“, so Plickert. Für diesen Brennpunkt soll über den Haushalt jährlich 35.000 Euro für einen Streetworker bereit gestellt werden, berichtet Volker Bleck (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses. Und auch die Pläne, Menschen aus der Trinkerszene in Wanne-Mitte aufräumen zu lassen und sie dafür mit Bier zu entlohnen, sei noch nicht verworfen worden. Es fehle bisher aber an Mitteln, ein solches begleitetes Projekt zu realisieren, so Bleck.

Der Ordnungsdienst

Bürger hätten immer wieder bemängelt, dass der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) nicht zu den „richtigen Zeiten“ im Einsatz sei - sprich: spätabends, nachts und an Wochenenden, berichtet SPD-Vorsitzender Alexander Vogt. Deshalb müsse über eine weitere Stärkung des KOD nachgedacht werden. Und: Zu mehr Präsenz von Ordnungskräften könnten „1:1-Streifen“ - gemeinsame Rundgänge von Polizei und KOD - beitragen, so Adi Plickert.

Der Hauptbahnhof

Auch der Hauptbahnhof sei für Bürger ein Angstraum, erklärt die SPD und untermauert dies mit der Schilderung eines Wanner Bürgers. Dieser bekomme regelmäßig Besuch aus Großbritannien und den USA, den er stets am Hauptbahnhof abgeholt habe. Nachdem er dort aber mehrfach von Jugendlichen angepöbelt worden sei, nehme er seine Gäste nun persönlich schon am Düsseldorfer Flughafen in Empfang, so der Bürger.

Weitere Kritikpunkte

Darüber wurden bei den SPD-Rundgängen ebenfalls Klagen laut: Drogenhandel im Umfeld des Pestalozzi-Gymnasiums, eine kinder- und familienfeindliche Ampelschaltung am Westring und Probleme mit Menschen aus Rumänien und Bulgarien in Horsthausen. Und auch Markus Rohmann, Vorsitzender der Sportfreunde Wanne, hatte ein Anliegen. Er wies darauf hin, dass am Sportplatz-Parkplatz am Grünen Weg immer wieder Drogen „aus dem Kofferraum“ verkauft würden. Seit zwei Jahren bitte er die Verwaltung, die beiden defekten Lampen in diesem Bereich zu reparieren, um es Dealern schwerer zu machen und Jugendliche des Vereins damit besser zu schützen. „Bisher vergeblich“, so Rohmann. Die SPD will sich nun darum kümmern.

Die Bilanz

„Die Sicherheitsrundgänge waren ein voller Erfolg“, sagt SPD-Chef Alexander Vogt. An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nicht, dass von den jeweils rund 30 Teilnehmern nur etwa ein Drittel kein Parteibuch hat. Sie hätten auch viele Zuschriften erhalten, berichtet Vogt. Die SPD werde nun auswerten, was kurzfristig umgesetzt werden können und was in ein „Gesamtkonzept für mehr Sicherheit“ in Herne einfließen könne. Und: Weitere Stadtteilrundgänge würden in den Ortsvereinen geplant.

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