Prozessauftakt

Herner soll seine Großmutter (98) fast zu Tode gewürgt haben

Vor Gericht steht ein Herner.

Vor Gericht steht ein Herner.

Foto: Ulrich von Born / WAZ FotoPool

Ein Herner soll seine Großmutter (98) fast zu Tode gewürgt haben. Das blutige Familiendrama wird nun vor dem Landgericht verhandelt.

Nach einem blutigen Familiendrama in Börnig steht ein psychisch kranker Staplerfahrer seit Mittwoch in Bochum vor Gericht. Es geht um versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung. Der 30-Jährige soll seine 98 Jahre Großmutter beinahe zu Tode gewürgt haben.

Ort des Geschehens war am 11. Dezember 2018 eine Wohnung an der Castroper Straße. Der Enkel war laut Staatsanwaltschaft mit den Worten „Geh‘ aus meinem Kopf raus“ auf seine auf der Couch sitzende Oma zugestürmt, hatte sie am Hals gepackt und mit Tötungswillen zugedrückt.

Gesicht der Großmutter war nach Attacke blutverschmiert

„Als er reinkam, hat er schon so komisch geguckt. Ich hatte schon eine Vorahnung, das gibt nichts Gutes“, erinnerte sich die damals anwesende Mutter (58) des Beschuldigten vor dem Landgericht Bochum. Nachdem es der Mutter offenbar zwischenzeitlich gelungen war, ihren Sohn von seiner Oma loszureißen, sollen sich später erneut dramatische Szenen abgespielt haben: Der 30-Jährige soll abermals auf seine bereits nach der ersten Attacke überall im Gesicht blutverschmierten Oma losgegangen sein, ihr an den Haaren gezogen und sie mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

An den zweiten Würgeangriff erinnerte sich die 98-Jährige als Zeugin so: „Da habe ich gedacht: Jetzt stirbst du!“ Bei einer vorherigen Vernehmung hatte die gebrechliche Frau erklärt, dass ihr Enkel sie vor der Attacke so angeschrien habe: „Du bist Schuld! Jetzt drücke ich dir die Kehle zu.“ Nachdem zwischenzeitlich der ältere Bruder des Beschuldigten herbeigeeilt war, soll der 30-Jährige gedroht haben, ein Messer zu holen und alle abzustechen.

Mann kommt in die geschlossene Psychiatrie

Nach einem Gerangel mit seinem Bruder flüchtete der Staplerfahrer jedoch in seine Wohnung. Laut Staatsanwaltschaft ist der Herner an paranoid-halluzinatorischer Schizophrenie erkrankt und gilt als unzurechnungsfähig. Mit Blick auf eine angenommene Unberechenbarkeit und Gefährlichkeit für die Allgemeinheit geht es in dem Sicherungsverfahren nicht um Bestrafung im klassischen Sinne, sondern allein um eine unbefristete Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie.

Der Beschuldigte selbst hat an den Vorfall angeblich keine Erinnerung mehr.„Meine erste Erinnerung ist, dass ich in einer Zelle sitze und eine Frau nimmt Spuren von meinen Fingernägeln“, sagte der 30-Jährige am Mittwoch. Das Urteil soll voraussichtlich am 6. Juni gesprochen werden.

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