Urlaub

Herner Reise-Experten geben Tipps für den Urlaub in 2018

Die Niederlande sind und bleiben beliebt. Im Bild: der Strand in De Koog auf der Insel Texel.

Die Niederlande sind und bleiben beliebt. Im Bild: der Strand in De Koog auf der Insel Texel.

Foto: Kai Kitschenberg

Herne.   Wohin in den Urlaub im kommenden Jahr? Das muss man beachten, wenn man Geld sparen, aber trotzdem tolle Ferien verbringen möchte.

Wer den Urlaub für 2018 plant, wird sich möglicherweise die Augen reiben – vor allem dann, wenn es nach Spanien oder Griechenland gehen soll. Denn viele Veranstalter haben die Preise erhöht. Woran das liegt und welche Urlaubsziele sich gerade für Familien lohnen, darüber sprach die WAZ mit Reise-Experten.

„Ich vermute, dass viele Reisende und insbesondere Familien Ziele im nahöstlichen Bereich immer noch meiden, obwohl es sich um sichere Reiseländer handelt“, sagt Oliver Adamski, Inhaber des TUI-Reisecenters Herne. Viele lehnten die Türkei auch aus politischen Gründen ab: „Sie reisen lieber nach Spanien und Griechenland, so dass sich das Angebot verknappt und damit die Preise steigen.“ Durch die Air-Berlin-Pleite verringere sich zudem das Flugangebot.

Umbruch bei den Buchungen

Obwohl die Zurückhaltung gegenüber der Türkei nach wie vor deutlich spürbar sei, gebe es einen Umschwung: „Wir haben im Vergleich zu 2016 bei den Buchungen Zuwachsraten von 50 Prozent für die Türkei.“ Das Land sei vor allem für Familien immer Ziel Nummer eins gewesen, da das Preis-Leistungsverhältnis stimme.

„Eine Familie mit zwei Kindern bezahlt dort für zwei Wochen in einem guten Hotel unter 3000 Euro“, rechnet Adamski vor. „Wer etwas Gleichwertiges in Spanien oder Griechenland finden will, muss mit dem Doppelten rechnen.“ Zudem seien Service und Programm in der Türkei sehr gut – in Westeuropa gebe es beispielsweise nicht so viele Angebote im Bereich der Kinderbetreuung.

Wer auf Holland oder Deutschland ausweichen möchte, bucht meist ein Appartement. „Besonders beliebt sind die nordfriesischen Inseln. Aber auch hier ist man für eine Familie mit 80 Euro am Tag dabei und hat dann noch nichts gegessen.“ Trotzdem müssten Reisende und Familie ihre Pläne nicht abschreiben. Frühbucherangebote gebe es bis Ende Januar.

Holland als Alternative gefragt

„Es hängt mit der Konjunktur zusammen, dass alles teurer wird“, sagt Tugrul Öztop, Inhaber des Reisebüros Öztop Reisen. „Ich habe festgestellt, dass Reisen in viele EU-Länder und Fernreisen teurer geworden sind.“ Trotzdem gebe es gute Alternativen: So seien Bulgarien und Kroatien wieder im Kommen. „Die Türkei ist unschlagbar vom Preis-Leistungs-Verhältnis – wenn man Spanien dagegenhält, wo man oft nur Halbpension bekommt, da zahlt man sich mit Kindern dumm und dämlich.“ Viele Kunden berichten, dass ihnen der Service der türkischen Veranstalter besser gefalle.

Dass sich die Preispolitik der Reiseveranstalter auf Buchungen von Ferienhäusern auswirkt, können Herner Vermieter bestätigen. „Unsere Häuser waren schon immer gut gebucht, aber in den letzten zwei Jahren haben die Winterbuchungen stark zugenommen“, sagt Martina Sturm. Die Familie Sturm vermietet Ferienhäuser in Holland. „Wir sind fast komplett durchgebucht. Ich denke, das liegt daran, dass beliebte Urlaubsziele wie die Türkei und Südafrika in letzter Zeit für viele nicht in Frage kommen.“

Ferienhäuser: beliebte Alternative für Hundebesitzer

Gerade für Familien seien die Ferienhäuser gut geeignet. Auch für Hundebesitzer sei dies eine beliebte Alternative: „Die Hunde dürfen da frei am Strand laufen, da sind die Holländer sehr entspannt.“ Wer allerdings auf ein günstiges Ferienhaus hofft, muss schnell sein: „Für die Ferien, bis auf den Herbst, sind wir schon voll.“

Diese Erfahrung kann Kerstin Runggaldier bestätigen. Sie vermietet zwei Ferienhäuser in Nordholland. „Ich mache das zwar erst seit zwei Jahren, aber mir fällt auf, dass die Anfragen für die Ferienzeiten dieses Jahr schon sehr früh kamen“, sagt sie. Ihre beiden Häuser sind für die Oster- und Sommerferien ebenfalls schon ausgebucht. „Wir waren früher selber häufig in der Türkei“, berichtet Kerstin Runggaldier. „Ich glaube, zur Unsicherheit kommt, dass viele die Politik nicht unterstützen wollen.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik