Soziales

Herner Projekt soll Flüchtlinge schon ganz früh integrieren

Foto: Getty Images

Herne.   Die Stadtverwaltung stellt das Projekt „Integration von Neuzugewanderten“ vor. Schüler berichten von einem Tag zum Thema „Respekt“.

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„Am Ende haben wir alle gewonnen“, erzählt Fatimah. Zusammen mit Marcel (11) und allen weiteren Schülern des fünften Jahrgangs der Mont-Cenis-Gesamtschule hat die Zehnjährige im evangelischen „Lighthouse“ gelernt, wie man als Team arbeitet, wie man besser mit einander umgeht, respektvoller und ohne Kloppereien. Die Herner Stadtverwaltung bündelte ein ganzes Paket von Maßnahmen und Projekten, die allesamt helfen sollen, Flüchtlingen die Integration in ihr neues Umfeld zu erleichtern.

Wie man an den Beispielen von Fatima und Marcel sieht, geht es dabei gar nicht ausschließlich um die Neuankömmlinge allein: Auch Herner Bürger, klein und groß, sollen Toleranz lernen, soziale Kompetenz erlangen, den Umgang miteinander verbessern, damit auch Flüchtlinge akzeptiert und mit offenen Armen aufgenommen werden. Sieben von 120 Kindern des fünften Jahrgangs sind erst in jüngster Zeit nach Herne gelangt, werden in einer sogenannten „Internationalen Klasse“ unterrichtet, die in manchen Fächern wie zum Beispiel im Sportunterricht der Regelklassen mitmachen.

Ansonsten werden sie auf Grund mangelnder Deutschkenntnisse separat unterrichtet. Am Ende des Lighthouse-tages haben die Kinder sogar einen „Vertrag“ unterzeichnet. „Keine Gewalt“ heißt es darin unter anderem. „Das Projekt nutzt damit nicht nur Neuankömmlingen, sondern allen“, sagte Bildungs-, Jugend- und Kulturdezernentin Gudrun Thierhoff. Darin sind sich die Akteure einig.

Beispiel für das Gesamtprogramm

Das städtische Projektbüro „Integration von Neuzugewanderten“ stellte bei einem Pressegespräch am Donnerstag mit dieser konkreten Aktion ein Beispiel für das Gesamtprogramm vor, an dem neben der Stadt auch Stadtsportbund, Schulen, Wohlfahrtsverbände und Ehrenamtliche beteiligt sind. Apropos Ehrenamtliche: Dr. Jochem Müller stellte bei dieser Gelegenheit sein Engagement für Flüchtlinge vor. Der Mediziner hilft stundenweise im Herner Barbaraheim, wo derzeit 270 Flüchtlinge untergebracht sind, zum Teil mit schweren Krankheiten und Traumata. „Da wohnen Tumorpatienten oder Menschen mit einer Schizophrenie, die einer ständigen Betreuung bedürfen.“

Müller hilft vor allem, die passenden Ärzte und Krankenhäuser zu finden, organisiert über einen städtischen Hilfsfonds aber auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente für kleinere Wehwehchen, wie Hustensaft oder Durchfallmedizin. In einem besonders bedrückenden Fall vermittelte Müller sogar einen Platz im Hospiz – ein bisschen Glück am Ende eines dramatischen Lebensweges.

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