Gericht

Herner nach riskanter Autofahrt und Todesdrohung verurteilt

Ort des Prozesses: das Justizzentrum in Bochum.

Ort des Prozesses: das Justizzentrum in Bochum.

Foto: Olaf Ziegler / FUNKE Foto Services

Bochum/Herne.  Ein Herner Fahrer (19) fiel wegen seiner abenteuerlichen Fahrweise auf, dann bedrohte er einen Mann mit dem Tod. Nun wurde er dafür verurteilt.

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Nach einer riskanten Autofahrt mit abrupten Bremsmanövern, Spurwechseln und provozierenden Gesten hat das Bochumer Jugendschöffengericht einen 19-jährigen Herner am Dienstag vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Gegen den Führerschein-Neuling wurden ein dreimonatiges Fahrverbot, 150 Sozialstunden und 500 Euro Geldauflage verhängt. Es war der 28. Juli 2019, als der bereits mehrfach vorbestrafte Herner mit einem Kleintransporter unterwegs und es auf einem Autobahnzubringer in Herten zu rätselhaften „Wildwest-Szenen“ gekommen war. „Von einem Moment auf den anderen fuhr der Transporter vor mir plötzlich extrem langsam, das war manchmal schon nahezu eine Vollbremsung“, erinnerte sich ein 38-jähriger Autofahrer, der damals an einer Fahrbahnverengung voll auf die Bremsen steigen musste. Sein Fazit: „Ich war mir sicher, da sitzt ein Betrunkener drin.“

Autofahrer wurde mit dem Tod bedroht

Auch die Beifahrerinnen des Zeugen, seine hochschwangere Partnerin und seine Mutter, konnten sich die merkwürdig-riskante Fahrweise des Herners nicht erklären. Mal habe der Transporter rechts geblinkt, mal kurz die Warnblinkanlage angeknipst, mal habe aus dem Fenster der Arm des 19-Jährigen das Zeichen „Überhol‘ doch“ signalisiert. Einmal, daran erinnerte sich der betroffene Autofahrer vor Gericht auch noch genau, war ihm dann auch der ausgestreckte Mittelfinger gezeigt worden. Besonders brenzlig wurde die Situation kurz nach der Abfahrt des Pkw in Herten. In einer Seitenstraße standen beide Fahrzeuge hintereinander, als der Angeklagte laut Urteil auf den Autofahrer zustürmte und mit dem Tod bedrohte. „Er hat mir bestimmt zehnmal zugerufen, dass er mich umbringt“, berichtete der Zeuge.

Seine hochschwangere Partnerin war bei dem Wortgefecht zunächst im Pkw geblieben und hatte die Polizei alarmiert. Der Führerschein-Neuling aus Herne hatte im Prozess eine völlig andere Version berichtet, nach der er vor allem durch das Hupen des Autofahrers „verunsichert“ gewesen, außerdem später von dem Mann sogar fremdenfeindlich beleidigt worden sei. Richter und Staatsanwaltschaft nahmen ihm das aber nicht ab, hatten keine Zweifel an den Angaben der Zeugen.

Anders als von der Staatsanwaltschaft gefordert, sah das Jugendschöffengericht am Ende insbesondere mit Blick auf eine im Sommer beginnende Ausbildungsstelle von einem Fahrerlaubnisentzug ab, beließ es bei einem dreimonatigen Fahrverbot gegen den 19-Jährigen. Das Urteil lautet auf Nötigung, Beleidigung und Bedrohung.

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