Mulvany-Villa

Herner Mulvany-Villa soll zum Ort der Kultur werden

Künstlerin Eva Boehme hat vor wenigen Wochen vor der Mulvany-Villa in Herne die Installation „FarbRäume“ aufgestellt.

Künstlerin Eva Boehme hat vor wenigen Wochen vor der Mulvany-Villa in Herne die Installation „FarbRäume“ aufgestellt.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.   Die denkmalgeschützte Mulvany-Villa ist der architektonische Höhepunkt des Shamrockparks in Herne. Sie soll zum Ort der Kultur ausgebaut werden.

Vor wenigen Wochen wurden im Shamrockpark die Kuben der Bremer Künstlerin Eva Boehme eingeweiht. In leuchtendem Rot, Gelb und Blau – die Farben erinnern an die berühmten geometrischen Formen des Niederländers Piet Mondrian – bilden sie einen modernen Kontrast zur denkmalgeschützten Mulvany-Villa. Die leuchtenden Farben können auch in anderer Hinsicht als Signal verstanden werden: Die Mulvany-Villa soll nicht nur Ort von Veranstaltungen sein, sondern auch ein Ort der Kultur werden. Das betonte Janina Wrobel, die verantwortlich für die Entwicklung des Shamrockparks ist, im Gespräch mit der WAZ-Redaktion.

Damit würde die Fakt AG als Eigentümer des Shamrockparks die Tradition der RAG fortsetzen, die das Areal ihrer ehemaligen Unternehmenszentrale ebenfalls als Ort der Kunst verstanden hat. Mit dem Umzug nach Essen wurden auch die allermeisten Exponate verstaut – ein Teil mit Bezug zu Kohle wanderte ins Bergbaumuseum nach Bochum. Lediglich die Skulptur „Sitzender Jüngling“ des Bildhauers Joseph Enseling, die ursprünglich für das Werksgelände der Gelsenkirchener Zeche Consolidation entstand, ziert den Garten hinter dem Casino der Mulvany-Villa. Bei der Ausstellung „Aufbruch im Westen. Die Künstlersiedlung Margarethenhöhe“ des Essener Ruhrmuseums, die noch bis 5. Januar 2020 zu sehen ist, sind etwa zehn Werke von Enseling zu sehen.

Für Janina Wrobel passen die Kuben perfekt zur Mulvany-Villa; sie offenbarten, dass Vergangenheit und Zukunft sich ausgezeichnet ergänzen. Das Werk von Eva Boehme, das als Dauerleihgabe für mehrere Jahre den Park zieren werde, sei durch das Engagement des Fakt-Aufsichtsrat Prof. Jürgen Gramke, der sich beim Unternehmen für Kunst und Kultur engagiert, nach Herne gekommen. In den Räumen zeigt Marion Callies zurzeit Werke ihrer Serie „Carwash“, auch dies moderne Werke in historischer Umgebung.

Keine festen Öffnungszeiten

Zwar habe die Villa keine Öffnungszeiten wie eine Galerie oder ein Museum, doch da regelmäßig Veranstaltungen in der Villa stattfinden (sie kann auch für private Feiern gemietet werden), seien schon zahlreiche Gäste mit der Kunst in Berührung gekommen.

Einen Kurator, der ein jährliches Programm vorbereitet und Künstler auswählt, gebe es nicht. Komme man mit einem Künstler in Kontakt, könne daraus eine Ausstellung entstehen. Wrobel: „Wir sind da völlig offen, Künstler können die Fakt AG gerne ansprechen.“ Darüber hinaus will die Fakt AG der Kunst nicht nur mit Ausstellungen Raum geben, sondern auch selbst in die Sammlerrolle schlüpfen. Wrobel: „Das erste Bild haben wir schon gekauft.“

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