Ausstellung

Herner Kunstfreunde gehen zum zweiten Mal auf Spurensuche

Blick in die Ausstellung „Spuren 2“ in der Künstlerzeche Unser Fritz. Im Vordergrund ist das Werk „european deconstruction“ von Renato Liermann zu sehen.

Blick in die Ausstellung „Spuren 2“ in der Künstlerzeche Unser Fritz. Im Vordergrund ist das Werk „european deconstruction“ von Renato Liermann zu sehen.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Vier Orte widmen sich der Kunst aus Herne. Die Ausstellung „Spuren 2“ stellt dort Künstlerinnen und Künstler der Jahrgänge 1946 bis 1960 vor.

Wieder einmal haben sich die Flottmann-Hallen, die vhs-Galerie, das Emschertal-Museum und die Künstlerzeche für eine große Ausstellung zusammengetan. Nach „Spuren“ im Jahr 2018 zeigen sie ab Samstag „Spuren 2 – Herner Künstlerinnen und Künstler der Jahrgänge 1946 bis 1960.“ 63 Kunstschaffende sind bei der über ein Jahr dauernden Recherche zusammengekommen. Fünf Bilder konnte jeder und jede einreichen, wobei eines auf jeden Fall in die Ausstellung gekommen ist.

Es sei eine große Herausforderung gewesen, die vielen Künstlerinnen und Künstler dieser Jahrgänge erst einmal zu sichten, zu kontaktieren und deren Werke auszuwählen, beschreiben die Kuratorinnen das Zustandekommen der Ausstellung. „Bei der ersten Sichtung war ich ganz schön erschlagen von der Fülle der Werke“, stellt Angelika Mertmann von der vhs-Galerie fest. „Wir haben dann nach den Räumen und Schwerpunkten der einzelnen Häuser gruppiert“, erklärt Jutta Laurinat von den Flottmann-Hallen.

vhs-Galerie

In der vhs-Galerie steht die Fotografie im Mittelpunkt, von den dokumentarischen Bildern von Winni Labus und Brigitte Kraemer über die eher künstlerischen Perspektiven von Claus Marius Petersen bis zu den experimentellen Lichtbildern von Peter Buchwald. Ergänzt werden diese Werke durch eher kleinere Formate wie Grafiken von Wolfgang Heute und Petra Katarina Engel. Für viele Besuche sind sicherlich die Keramiken von Jürgen Grislawski eine große Überraschung.

Künstlerzeche

In der Künstlerzeche erwartet die Besucher eine bunte Vielfalt, angefangen mit der expressiven Malerei von Willi Thomczyk über Eberhard Bitter bis Annette Ihme-Krippner. Hier haben auch die materialbetonten Werke von Edelgard Sprengel, Doris Brück und Annegret Schrader eine Wand gefunden. Für Reiner Henrichs ist es fast eine Art Rückkehr. Er hatte in den 1980er-Jahren in der Künstlerzeche ein Atelier.

Flottmann-Hallen

Die großen Formate sind den Flottmann-Hallen vorbehalten, von den zarten Drahtobjekten von Werner Ryschawy über die bedruckten Leinwände von Hans-Jürgen Jaworski bis zu den stark farbigen Werken von Helmut Berka. Eine Art Neuentdeckung ist Ulf Petersen mit seinem von der Decke hängenden Flugobjekt aus rostigem Eisen.

Emschertalmuseum

Wegen des baldigen Umbaus der Städtischen Galerie ist die Ausstellung in den Ausstellungsraum von Schloss Strünkede umgezogen. Der Schwerpunkt liegt auf der Malerei. Hier sind die expressiven Köpfe von Birgit Poch zu sehen, aber auch Landschaften von Reiner Glebsattel und Inge Weber. Während Jörg Lippmeyer sich an der Pop-Art orientiert, zeigt Sabine Gille fotorealistische Arbeiten.

„Uns ist klar, dass wir vielleicht doch den einen oder anderen übersehen haben“, stellen Erika Porsch und Verena Schuh von der Künstlerzeche fest. Dennoch ist es eine vielfältige und abwechslungsreiche Ausstellung geworden. Da stehen künstlerische Positionen nebeneinander, andere ergänzen sich. Manches kann man neu entdecken, bei anderen Werken werden Erinnerungen geweckt. „In der Ausstellung wird auch das kreative Potenzial, das es in Herne gibt, deutlich“, stellt Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums, fest. Eine Ausstellung, die vielleicht mehr als nur einen Besuch wert ist.

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