Fridays for Future

Herner Klima-Demo: Das fordern die Jugendlichen

Das Kinder- und Jugendparlament Herne organisiert erste Klima-Demonstration in Herne.

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Herne.  Auf der Herner Klima-Demo appellierten Jugendliche an Erwachsene, gegen den Klimawandel zu kämpfen. Hernes OB Frank Dudda erntete auch Buh-Rufe.

Über 300 Teilnehmer der ersten Fridays-for-Future-Demo - darunter überwiegend Kinder und Jugendliche - versammelten sich am Freitag, 14. Juni, nach dem Marsch durch die Innenstadt vor dem Rathaus. Leander (14) vom Kinder- und Jugendparlament forderte die Menge auf, in Sprechchöre einzustimmen, in dem der Kohleausstieg gefordert wurde. „Wo wir unsere Zukunft sehen? In erneuerbaren Energien“, sangen die jungen Aktivisten gemeinsam.

Die Schule mussten sie dafür nicht schwänzen: Die Demo begann erst um 15 Uhr. Schaulustige forderten die Organisatoren vom KiJuPa ebenfalls mit Sprechchören auf, sich in die Kundgebung einzureihen.

OB Dudda forderte Respekt

Dann trat Oberbürgermeister Frank Dudda ans Mikro und versprach: „Wir kriegen das hin.“ Gemeint war, die Ziele des Pariser Klimaabkommens auch in Herne erreichen zu können. In seiner Rede wurde der OB immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen. „Zum Klimawandel müssen wir deutlich Position beziehen, aber mit Respekt“, appellierte er daraufhin. Wer auf das Rad, statt ins Auto steige, schone die Umwelt. Defizite wie fehlende Radwege, wolle man angehen. Oberstes Ziel sei es zudem, die Stadt zu begrünen. Seine Rede wurde sowohl mit Applaus- als auch mit Buh-Rufen quittiert.

Klima-Demo in Herne

Anschließend traten Mitglieder des KiJuPa ans Mikro. „Wir wollen eine Zukunft, in der auch unsere Kinder glücklich sind“, sagte Viktoria Apel und forderte die Erwachsenen auf, aktiver gegen den Klimawandel zu kämpfen. Auch Ewan (9) hob in seiner Rede hervor, dass man jetzt sofort anfangen müsse, gegen Umweltverschmutzung zu kämpfen. Ebenfalls zur Demo erschienen junge Aktivisten aus Bochum und Essen. In der Form eines Poetry-Slams schilderten sie ihre Sorgen. „Leere Versprechungen von Anzugträgern werden uns nicht vor unserer Zukunft schützen“, riefen Annika und Moritz. Als süß und besorgt wollten sie nicht bezeichnet werden: „Wir sind wütend und fest entschlossen.“

Eine Rede sorgte für Aufsehen

An die Demo des KiJuPa hatte sich auch die Bürgerinitiative Stadtwald angeschlossen. Mitglied Kay Thörmer sagte in seiner Rede, noch nie, wie eigentlich versprochen, von Oberbürgermeister Frank Dudda ins Rathaus eingeladen worden zu sein. Dieser schüttelte daraufhin nur den Kopf.

Thörmer erklärte unter anderem: „Jedes Lebewesen, auch DU DA spürt die Auswirkungen des Klimawandels.“ Zudem betonte er, dass sie alle nun die neuen Sheriffs in der Stadt seien. Eine anschließende Songeinlage nach seiner Redezeit wurde von den Organisatoren unterbunden. KiJuPa-Geschäftsführer Armin Kurpanik zeigte sich überrascht: „Eingereicht hat er bei uns einen anderen Text. Wir finden es absolut nicht in Ordnung, dass Herr Thörmer so gegen den OB geschossen hat.“

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