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Herner Integrationsrat: Die Ära von Oruc und Özcelik endet

Dieses Bild wird es künftig nicht mehr geben: Integrationsrats-Vorsitzender Muzaffer Oruc (2.v.li.) mit seinen Stellvertretern Nurten Özcelik (2.v.re.) und Ibrahim Baltaci (li.) sowie Moderatorin Tanja Hinz (re.) 2018 beim Neujahrsempfang der Migrantenvertretung.

Dieses Bild wird es künftig nicht mehr geben: Integrationsrats-Vorsitzender Muzaffer Oruc (2.v.li.) mit seinen Stellvertretern Nurten Özcelik (2.v.re.) und Ibrahim Baltaci (li.) sowie Moderatorin Tanja Hinz (re.) 2018 beim Neujahrsempfang der Migrantenvertretung.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  Sie prägen seit Jahren die Arbeit des Integrationsrates Herne: Warum Muzaffer Oruc und Nurten Özcelik bei der Wahl nicht mehr antreten wollen.

Der Herner Integrationsrat steht vor einem großen Umbruch: Sowohl der bisherige Vorsitzende Muczaffer Oruc als auch seine Stellvertreterin Nurten Özcelik werden bei der Neuwahl des Integrationsrates am 13. September nicht mehr für das SPD-nahe „Migrantenbündnis Herne“ (MBH) kandidieren.

Das bestätigen die beiden Sozialdemokraten, die dem Integrationsrat seit 2004 angehören und deren Arbeit seit vielen Jahren maßgeblich prägen, auf Anfrage der WAZ. „Ein Wechsel tut nach so langer Zeit gut. Man sollte nicht an seinem Sessel kleben“, sagt Oruc (46).

Beide Politiker treten für die SPD bei der Kommunalwahl an

Auch Nurten Özcelik, die wie Oruc für die SPD dem aktuellen Rat der Stadt angehört, hält einen Wechsel für angebracht: „Es ist an der Zeit, dass andere die Verantwortung übernehmen“, sagt die 49-Jährige zur WAZ.

Özcelik wird bei der Kommunalwahl erneut als Direktkandidatin der SPD Wanne-Süd antreten. Oruc ist von der SPD auf Platz 7 der Reserveliste gesetzt worden. Auch bei der Wahl 2014 stand er auf der SPD-Liste und ist dann 2019 in den Rat nachgerückt.

Nurten Özcelik wünscht sich eine Frau an der Spitze

Für die MBH-Spitzenkandidatur steht bereits ein Bewerber in den Startlöchern: „Ja, ich möchte gerne Vorsitzender des Integrationsrates werden“, sagt Ibrahim Baltaci (36), der der Herner Migrantenvertretung seit 11 Jahren angehört und ebenfalls Mitglied der SPD ist. Unumstritten ist dies offenbar nicht: „Es ist an der Zeit, dass eine Frau an die Spitze des Integrationsrates gewählt wird. Das wäre ein deutliches und notwendiges Zeichen für Gleichberechtigung“, sagt Nurten Özcelik, die sich seit vielen Jahren für die Rechte muslimischer Frauen einsetzt.

Bei der Wahl 2014 zog das MBH mit sieben Sitzen als stärkste Kraft in den Integrationsrat ein. Auf das Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit (BIG) entfielen damals vier Sitze, auf die Linke drei Sitze und auf Interkulturelle Herner Migranten (IHM) ein Sitz. Neben den 15 gewählten Migrantenvertreterinnen und -vertretern gehören auch acht Ratsmitglieder dem Gremium an. Bei der konstituierenden Sitzung des Integrationsrates im Juli 2014 wurde Oruc mit 15 von 23 Stimmen zum Vorsitzenden gewählt.

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