Bienen

Herner Imker produzieren Stadt-Honig aus drei Stadtteilen

Stolze Imker präsentieren ihren Honig: Frank Reiber, Tobias Büch, Helmuth Kessen, Alexander Christian und Tina Dzirla (v.li.).

Stolze Imker präsentieren ihren Honig: Frank Reiber, Tobias Büch, Helmuth Kessen, Alexander Christian und Tina Dzirla (v.li.).

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Das Stadtmarketing Herne hat Honiggläser von Herner Bienen mit Stadtlogo gestaltet. Für diese drei Stadtteile gibt es eine Sonderedition.

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Berlin hat ihn, München hat ihn - und Herne hat ihn jetzt auch: Stadthonig. Stadtmarketing Herne hat eine Anregung des Imkervereins Herne aufgegriffen und neue Gewährstreifen für Honiggläser in Anlehnung an das neue Stadtlogo gestaltet.

Außerdem gibt es in Zusammenarbeit mit fünf Herner Imkern eine Etiketten-Sonderedition für zunächst 100 Gläser mit jeweils einem Pfund Honig unter dem Label „Honig aus Herne“ und der jeweiligen Stadtteilbezeichnung (Wanne-Süd, Horsthausen und Röhlinghausen). Auch diese Etiketten hat Stadtmarketing entwickelt und dabei das Design des neuen Stadtlogos aufgegriffen.

„Das ist eine prima Sache“, freut sich Alexander Christian von Stadtmarketing Herne über die Initiative der Herner Imker. „Das Naturprodukt Honig passt perfekt zu unserem neuen Slogan ,Mit Grün. Mit Wasser. Mittendrin.‘“ Das sehen die Imker offensichtlich genauso, denn es gibt über die bereits jetzt schon beteiligten fünf hinaus weitere Anfragen von Bienenhaltern, sich an der Aktion zu beteiligen.

Brotaufstrich ist selten sortenrein

Das wird auch nötig sein, denn Honig ist ein hochwertiges und nicht beliebig vermehrbares Produkt. 20 bis 30 Kilogramm Honig, wenn es sehr gut laufe, vielleicht einmal 40 Kilogramm, ließen sich pro Bienenvolk gewinnen, so der Röhlinghauser Imker Helmuth Kessen. Mehr sei nicht drin, wenn man seine Stöcke nur vor Ort aufstelle. Denn der Flugradius der Bienen betrage etwa drei bis sieben Kilometer – in diesem Bereich fehle es für größere Mengen Honig einfach an Pflanzen.

Deshalb ist der in einer Stadt wie Herne erzeugte Honig auch selten sortenrein. So habe eine Pollenanalyse, mit deren Hilfe sich die Zusammensetzung des Honigs bestimmen lasse, ergeben, „dass in dem Honig meiner Bienen wirklich alles drin ist, was hier in der Gartenstadt wächst“, sagt Imker Tobias Büch lachend, der den Anstoß zu der Zusammenarbeit mit Stadtmarketing gegeben hat.

„Manche Kollegen haben deshalb einen zweiten Standort“, ergänzt Frank Reiber aus Horsthausen. „Dann können sie zwei verschiedene Geschmacksrichtungen anbieten.“ Wobei es aber auch schon große Unterschiede zwischen der Frühjahrs- und der Sommertracht gebe. Grundsätzlich gelte: Je heller der Honig, desto milder, erklärt Helmuth Kessen.

Brotaufstrich sei hochwertiger als der Industrielle

Die Imker machen noch auf eine Besonderheit ihres Honigs aufmerksam: Im Gegensatz zu industriell abgefülltem Honig werde er nicht erhitzt und sei dadurch qualitativ hochwertiger. Von der Öko-Bilanz ganz zu schweigen.

Aber auch die Herner Bürger können etwas dafür tun, dass die für die Bestäubung unentbehrlichen Bienen genug Nahrung finden, aus der die Imker wiederum den Honig gewinnen: insektenfreundliche Pflanzen anbieten. „Zwei Quadratmeter Wildblumenwiese reichen schon“, sagt Frank Reiber, „vor allem auch, um das hochsommerliche Blühloch zu überbrücken.“

Dort wird der Honig verkauft

> Der „Honig aus Herne“ kostet pro Glas 6,50 Euro; 5,50 Euro erhalten die Imker, ein Euro geht zur Kostendeckung an Stadtmarketing.

> Erhältlich ist der Honig ab sofort im Ticket-Shop von Stadtmarketing Herne, Kirchhofstraße 5 – so lange der Vorrat reicht. Demnächst soll es ihn auch an der Pforte des Rathauses Herne und im Bürgerlokal Wanne geben.

> Die Gläser sind Mehrweggläser und werden von Stadtmarketing und den jeweiligen Imkern zurückgenommen.

> Außer von Tobias Büch, Helmuth Kessen und Frank Reiber gibt es Honig in den Gläsern mit den Sonderetiketten auch von Robin Frisch (Wanne-Süd) und Gerhard Salomon (Horsthausen).

> Der Etikettenaufdruck soll Interessierten Aufschluss darüber geben, von welchem Imker der Honig stammt.

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