Blumenthal

Herner IHK-Wirtschaftsbeirat fordert Gewerbe auf Blumenthal

Die Zechenbrache Blumenthal. Während eine Bürgerinitiative dort einen Stadt

Die Zechenbrache Blumenthal. Während eine Bürgerinitiative dort einen Stadt

Foto: Hans Blossey

Herne.   In der Diskussion um die Zukunft der Zechenbrache Blumenthal meldet sich der Herner IHK-Wirtschaftsbeirat zu Wort. Deshalb fordert er Gewerbe.

In die Diskussion um die Zukunft des ehemaligen Zechengeländes General Blumenthal meldet sich der Herner Wirtschaftsbeirat der IHK Mittleres Ruhrgebiet zu Wort – und plädiert mit Nachdruck für die Ansiedlung von Gewerbe.

Zur Erinnerung: Das Gelände in Wanne-Süd, das sich noch im Besitz der RAG Montan Immobilien befindet und noch unter Bergrecht steht, ist die letzte große Brachfläche in Herne. Es umfasst etwa 80 Hektar, die aber jetzt schon komplett genutzt werden können.

Den Startschuss für die Entwicklung hatte die Stadt im Herbst vergangenen Jahres gegeben. Eine Botschaft damals: Neben der Ansiedlung von kleineren Gewerbebetrieben stehe eine Vernetzung von Grünflächen sowie eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Gestaltung im Fokus. Gleichzeitig betonte OB Frank Dudda damals ausdrücklich: „Wir können es uns nicht mehr erlauben, diese Fläche ungenutzt zu lassen.“ Doch genau dies will eine neue Bürgerinitiative, genauer gesagt: Sie will das Areal in einen Stadtwald umwandeln. Die Bürgerinitiative möchte „Grün“ statt weiterer Stickoxide und Feinstaubbelastung, die zwangsläufig Folge eines weiteren Gewerbegebietes inmitten der Wohnbebauung wären.

Gewerbe wäre keine Neuversiegelung

„Ein Stadtwald an dieser Stelle ist zwar eine interessante Idee, aber das können wir uns nicht leisten“, sagt Henrich Kleyboldt, Vorsitzender des IHK-Wirtschaftsbeirats, im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. „Unsere Stadt braucht dringend neue Arbeitsplätze und höhere Gewerbesteuereinnahmen.“ Diese Steuern könnten dann später in die Ausstattung von Schulen oder andere wichtige Bereiche fließen. Wenn man frage, in welche Richtung die Stadt steuere, dann gehöre die Ansiedlung von zukunftsfähigen Unternehmen dazu. Um dies zu schaffen, müssten natürlich vor allen Dingen die Industriebrachen genutzt werden. Die Flächennot in Herne werde immer größer, und ohne Fläche habe die Stadt keine Perspektive.

Vielen Menschen sei gar nicht bewusst, welche Chancen Herne im Moment habe, ergänzt Jörn Kleine­lümern, Leiter des Herner IHK-Wirtschaftsbüros. Viele Investoren von außerhalb schauten zurzeit mit großem Interesse auf die Stadt. Der OB habe die Blumenthal-Fläche vor wenigen Wochen bei der Immobilienmesse in Cannes vorgestellt. Aber eine Fläche wie Blumenthal sei auch dazu geeignet, Unternehmen in der Stadt zu halten. Witten habe mehrere Firmen verloren, so Kleine­lümern, weil die Stadt ihnen keine Möglichkeit zu Expansion habe bieten können.

Und Stefan Postert, bei der IHK für die Begleitung von Unternehmen verantwortlich, macht auf einen weiteren Umstand aufmerksam: Blumenthal passe doch genau in die Strategie, Brachflächen zu nutzen, statt weitere Grünflächen für Gewerbeansiedlungen zu versiegeln. Bei Blumenthal handle es sich um eine Brache, bei der kein einziger Quadratmeter neu versiegelt werde. „Wenn man nicht dort Gewerbe ansiedelt, wo dann?“

FDP stellt sich auch hinter Pläne der Stadt

Auch die FDP stellt sich hinter die Pläne der Stadt, auf dem Areal Gewerbe anzusiedeln. „Wir brauchen in Herne dringend zusätzliche Gewerbeflächen für mittelständische Betriebe und Start-Ups“, so FDP-Chef Thomas Bloch.

Die Herner Liberalen seien dagegen, Grünflächen unnötig zu beschneiden, aber bei Blumenthal müsse der Blick auch auf die Entwicklung gerichtet sein.

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