Bildung

Herner Grundschüler entdecken Natur auf ihrem Schulgelände

Maximilian (6) und Annika (7) versuchen, den Barfußpfad mit geschlossenen Augen zu absolvieren und laufen dabei über unterschiedliche Materialien aus der Natur wie Kork, Eicheln oder Rindenmulch.

Maximilian (6) und Annika (7) versuchen, den Barfußpfad mit geschlossenen Augen zu absolvieren und laufen dabei über unterschiedliche Materialien aus der Natur wie Kork, Eicheln oder Rindenmulch.

Foto: Ralph Bodemer

Herne.   Am Tag des Schulgartens erprobten die Kinder der Grundschule Pantrings Hof ihr selbst angelegtes Naturgebiet. Man sah: Sie hatten Spaß.

Kleine Schlangen liegen auf dem Schulhof, und die Grundschulkinder aus Pantrings Hof zeigen keine Angst. Denn sie haben sie selbst produziert, aus natürlichen Materialen. Stolz halten sie ihre Werke in den Händen, sind aufgeregt und begeben sich an die nächste Station ihres Projekttages. Der steht unter dem Motto „Tag des Schulgartens“, und um selbigen drehte es sich auch am Dienstagvormittag.

Dieser fand erstmalig für alle Schulkinder bis zur vierten Klasse statt. Eltern und Besucher verschafften sich im schuleigenen Naturgebiet einen Einblick, an welchen Projekten die Schüler arbeiten. Zum Beispiel bauten sie in den vergangenen Wochen einen Fühlpfad, ganz aus Naturmaterialien. Und den probierten sie mit vereinten Kräften an einer der fünf Natur-Stationen aus.

Barfuß auf Kork und Tannenzapfen

So tasteten sie sich mit ihren nackten Füßen, ausgestreckten Armen und geschlossenen Augen über Tannenzapfen, Rindenmulch, Laubblätter, Korken, Sand und Eicheln. Wer am Ende des Fühlpfades angekommen war, half dem nächsten Schüler mit kleinen Anweisungen, wie man sich am besten über die Materialien bewegt. Solche und andere spannende Ideen entwickelt einmal wöchentlich Malte Lütjens mit den Kindern. Der Naturpädagoge vom Deutschen Jagdverband unterstützt die Schule im Rahmen der Bildungsinitiative Lernort Natur und ist begeistert vom Engagement seiner Schützlinge und dem Naturgebiet.

Die Idee dazu kommt aus Schweden und entstand Mitte der 90er-Jahre. Und man findet dort alles, was dazugehört: Etwa ein kleines Sumpfgebiet, einen Teich, eine Totholzhecke und natürlich auch Tiere. Um die ging es bei der Forschungsaufgabe. Ziel war es, sie zu beobachten: „Oh, da ist eine Spinne“, „Ich habe einen Käfer entdeckt“, „Gar nicht so einfach, die Insekten zu finden, denen ist auch heiß.“

Im Herbst werden dann Halloween-Masken geschnitzt

Die eifrigen, kleinen Beobachter hatten sichtlich Spaß an den Aktionen und scheuten sich nicht vor Blessuren. Die nächste Aufgabe stellte bereits eine weitere lustige Aktion in Aussicht. Im Gemüsegarten erklärte Projektleiter Fabian Fink, wie aus einem Kern ein großer Kürbis wird. Und daraus entstehen dann im Herbst schaurige Halloween-Fratzen.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem heutigen Tag, die Kinder haben einen irren Spaß an der Erfahrung ihres Naturgebietes, und sie lernen auf spielerische Art, mit der Natur umzugehen“, bilanzierte Schulleiterin Elif Roßmannek. Die Aktion passe zum Konzept der Schule: grundsätzlich projektorientierter Unterricht mit Förderung des nachhaltigen individuellen Lernens.

>> WEITERE INFORMATIONEN: Das Naturgebiet

Das Naturgebiet Pantrings Hof ist ein ständiges Projekt der Grundschule am Pantringshof.

Es wurde im Schuljahr 1994/95 von den damaligen Schulkindern geplant und errichtet.

Dafür wurde die rund 1500 Quadratmeter große Gymnastikwiese hinter dem Schulgebäude umgestaltet.

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