Abenteuer

Herner geht auf Weltreise – mit seinem Fahrrad

Lukas Sikora

Lukas Sikora

Foto: Dietmar Wäsche

Herne.   Lukas Sikora bricht von Horsthausen Richtung Alpen, Albanien und Istanbul auf und verwirklicht seinen Traum. Wann er zurückkehrt, weiß er nicht.

„Es war schon immer ein Traum von mir, diese Art von Freiheit zu spüren“ – der 37-jährige Herner Lukas Sikora kann seine Vorfreude kaum verbergen. Am Mittwoch wird er sich mit dem Ziel, einmal die Welt zu umrunden, auf sein Fahrrad setzen und losradeln. Starten wird der gebürtige Pole in Horsthausen.

Rad selbst zusammengebaut

Einmal eine Weltreise auf dem Fahrrad machen – davon träumt Lukas Sikora schon lange. Nach mehr als zwei Jahren Planung geht sein Wunsch nun in Erfüllung. Erst einmal, erklärt er, gehe es in Richtung Alpen. Diese wolle er, falls das Wetter mitspielt, überqueren. Später fahre er dann weiter nach Albanien und Richtung Istanbul und von dort aus weiter nach Asien. „Danach ist es abhängig davon, wie viel Kraft und Geld ich noch übrig habe“, sagt Lukas Sikora. Gerne würde er Länder wie Thailand, Laos und Vietnam sehen und noch weiter reisen, zum Beispiel bis nach Mittelamerika. Eine feste Reiseroute hat der Herner nicht.

100 Kilometer pro Tag als Ziel

Sein Fahrrad hat sich Sikora selbst zusammengebastelt. „Obwohl ich keine Ahnung davon hatte“, erklärt der passionierte Reisende. So wisse er aber wenigstens, wie er sein Fahrrad selbst reparieren kann, falls er mal irgendwo in der „Pampa“ einen Platten haben sollte. Erfahrungen hat Sikora schon während anderer Reisen sammeln können. Zum Beispiel 2013, als er eine Fahrradtour durch Polen gemacht hat oder 2016, als er mit einem Tretroller das Baltikum durchquerte. Pro Tag möchte Sikora 80 bis 100 Kilometer zurücklegen. „Am Anfang könnte es schwierig werden“, befürchtet der Herner. Immerhin habe er seit einem Jahr keinen Sport mehr gemacht. Für die Übernachtungen hat Sikora ein Zelt und eine Isomatte dabei, aber er habe auch andere Möglichkeiten vorgesehen, wie Couchsurfing oder sich spontan in einem Hostel einzuquartieren.

Um die Weltreise zu finanzieren, hat Sikora vor zwei Jahren begonnen, Geld zu sparen. Jetzt, da er genug zusammen hat, hat er seinen Job gekündigt. Zwölf Jahre lang habe er als Softwareentwickler gearbeitet. Aber obwohl Lukas Sikora nicht weiß, ob er nur drei bis vier Monate oder vielleicht mehrere Jahre unterwegs sein wird, ist er sich nicht sicher, ob er nach seiner Reise in seinen alten Job zurückkehren wird: „So eine Reise verändert einen Menschen.“

Interesse an anderen Kulturen

Die Reaktionen auf seine Weltreise im Verwandten- und Bekanntenkreis seien unterschiedlich, schildert Sikora. „Manche sind begeistert, andere neidisch und wieder andere meinen, so etwas braucht man doch gar nicht“, schließlich könne man auch einfach mit dem Auto durch verschiedene Länder reisen. Was den 37-Jährigen vor allem antreibt, ist sein Interesse an anderen Kulturen und an der Natur: „Ich finde die Vorstellung wunderschön, morgens aus dem Zelt zu kommen und den Sonnenaufgang am Strand zu erleben“. Drei Wochen Urlaub im Jahr, so Sikora, hätten ihm nie gereicht. „Ich will einen intensiven Urlaub, in dem ich mit den Einheimischen leben und sie kennenlernen kann“.

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