Spenden

Herner Familie sammelt Geld für einen Assistenzhund

Hotte Schröder, Daimon und Katja Hennes mit Amy im Garten der Familie.

Foto: Klaus Pollkläsener

Hotte Schröder, Daimon und Katja Hennes mit Amy im Garten der Familie. Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.  2017 hat die Herner Familie einen Spendenaufruf gestartet, um einen Assistenzhund für den Sohn zu finanzieren. Mehr als 4000 Euro fehlen noch.

„Die will spielen“, schreit der sechsjährige Daimon Hennes vergnügt im Garten mit der zehn Wochen alten Hündin Amy. Seit drei Wochen wohnt der Welpe bei Familie Hennes in Holthausen. Ein Herzenswunsch des Jungen im Rollstuhl, der schon viel durchmachen musste. „Daimon kam mit einem offenen Rücken und zu viel Hirnwasser auf die Welt. Weitere Diagnosen von ihm sind Epilepsie, Skoliose und Hüftluxation sowie Entwicklungsverzögerung“, erläutert seine Mutter Katja Hennes.

Von Geburt an ist der Junge auf den Rollstuhl angewiesen, etliche Operationen, allein 18 von ihnen am Kopf, hat Daimon hinter sich gebracht. „Es hat leider kein Ende mit diesen Operationen“, bedauert seine Mutter.

„Als die Ärzte mir sagten, dass der Rücken in ein paar Jahren komplett versteift werden muss, brach für mich eine Welt zusammen. Es heißt, dass man mir nicht sagen kann, inwieweit er sich dann überhaupt noch bewegen kann“, erinnert sich Hennes. Da kam ihr vor etwa einem Jahr die Idee, einen Assistenzhund für Daimon anzuschaffen.

Hund kann im Alltag helfen

Schließlich wünschte sich ihr Sohn sehnlichst einen Hund. „Er ist ein anderes Kind, wenn Tiere in seiner Nähe sind. Er ist dann viel offener und zugänglicher“, sagt sie. Für ihren Sohn sei es ohnehin schwer, sich mit Kindern anzufreunden. Ein Hund könne Freund und Helfer für das Kind sein. „Ein Assistenzhund kann beispielsweise Sachen aufheben, Türen öffnen, den Weg nach Hause zeigen oder in Notfällen, beispielsweise bei epileptischen Anfällen, Hilfe holen und das Notfallmedikament zeigen“, erläutert die Mutter, die als Heilerziehungspflegerin arbeitet.

Doch obwohl alles für einen Assistenzhund sprach, konnte Daimon keinen bekommen, da die Mutter schon lange an ihrer finanziellen Grenze angekommen ist. Ein neues Auto, in das auch der Rollstuhl passt, musste her, eine selbstöffnende Haustür, ein Lift zwischen Vorgarten und Haustür – all das sind nur Beispiele dessen, was alles angeschafft werden musste. 120 000 Euro habe die 39-Jährige schon über eine KfW-Förderung finanziert. Als letzte Möglichkeit für einen Hund schien ein Spendenaufruf.

Spendersuche mit Hotte

Hier schaltete sich Horst „Hotte“ Schröder ein. Nachdem Daimons Vater ihn angesprochen hatte, versprach der Musiker, bei der Spendersuche zu helfen. „Teilweise habe ich ganze Auftritte dem Anlass gewidmet“, erläutert Hotte, der die Leidenschaft zur Musik mit Daimon teilt. „Ich muss immer überall hin, wo der Hotte spielt“, sagt die Mutter lachend.

Auch über Facebook wurde fleißig gesammelt. Von den rund 2000 Euro konnten sowohl Amy, eine italienische Wasserhündin, als auch eine erste Schulung finanziert werden.

Anweisungen auf Englisch

„Die Trainerin kam mit zur Welpenauswahl und hat ein paar Tests mit den Hunden gemacht. Amy kam als erster Welpe angerannt zu Daimon. Darum haben wir sie ausgesucht“, erinnert sich die 39-Jährige, die drei Mal täglich mit Amy übt.

Für die Ausbildung von Amy zum Assistenzhund braucht die alleinerziehende Mutter aber schätzungsweise noch weitere 4000 bis 5000 Euro. „Das wird zwei Jahre mindestens dauern, bis Amy alles kann“, sagt die Mutter. Bislang befolgt der Welpe schon Grundkommandos – auf Englisch. „Das hat psychologische Gründe“, erläutert die Mutter. Daimon ist selbst auf die Idee gekommen, da er die Sprache lernen wollte. So kann nur er Amy zu sich rufen, auf andere Kinder wird Amy also nicht hören. „Das ist dann ein schönes Erfolgserlebnis für ihn“, freut sich Katja Hennes.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik