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Herner Fahrradfilm-Festival ICFF ist nach Moskau eingeladen

Szene aus „Cycologic“ von Emilia Stalhammer  

Szene aus „Cycologic“ von Emilia Stalhammer  

Foto: Stalhammer

herne.   Eine Delegation des International Cycling Film Festivals (ICFF) zeigt eine Auswahl von Filmen in der Deutschen Botschaft und im Goethe-Institut.

Als das Internationale Festival des Fahrradfilms 2006 in Bochum startete, war nicht absehbar, wie es in den nächsten Jahren wachsen sollte. Thriller, Liebesfilme, Sportfilme, Abenteuer, Animationsfilme ... kein Genre ist nicht auch mit dem Fahrrad als Hauptdarsteller denkbar, und das International Cycling Film Festival (ICFF) hat etwa 400 in den letzten Jahren gezeigt. Neben den Herner Flottmann-Hallen sind Krakau, Groningen und Wiesbaden inzwischen feste Spielorte der alljährlichen Fahrradfilm-Tage geworden. Jetzt sind die Initiatoren sogar nach Moskau eingeladen. Dort stellen sie am Wochenende in der Deutschen Botschaft und im Goethe-Institut eine Filmauswahl aus den vergangenen zwölf Jahren vor.

Das Fahrrad feiert seinen 200. Geburtstag

Erfunden wurde das Zweirad 1817 von dem Deutschen Karl Drais. Die deutsche Botschaft nimmt den 200. Geburtstag zum Anlass, am Samstag, 1. Juli, die Geschichte des Fahrrades zu beleuchten. Mit einer Ausstellung historischer Fahrräder, die auch getestet werden dürfen, mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen, einer Bike-Show ... und den Fahrrad-Kurzfilmen aus Deutschland.

Chris Wawrzyniak gehört mit Gernot Mühge, Patrick Praschma und Erwin Zantinga (Groningen) zur eingeladenen Delegation. „Das ist eine besondere Ehre“, sagt der ICFF-Mitbegründer Wawrzyniak, „dass wir diese Anerkennung finden, nachdem wir in Bochum und Herne ganz klein gestartet sind.“ Gezeigt werden in Moskau schwerpunktmäßig deutsche Kurzfilme, wegen der besseren Verständlichkeit „mit möglichst geringem Sprachanteil“. Dazu gehören u.a. „Velo Mysterium“ von Jörn Staeger, der das Rad als Zeitmaschine, Körpermaschine und Raumschiff erleben lässt, und „Fahr.rad“ von Tina Papendick und Matis Burkhardt: Sie rollen von einem Gepäckträger einen roten Faden ab und ziehen ihn durch Berlin. Zu sehen ist außerdem ein internationales Best-of-Programm, Experimental-, Dokumentar- und kurze Spielfilme. Am Freitag, 30. Juni, sind die Fahrrad-Freunde aus dem Ruhrgebiet bereits im Moskauer Goethe-Institut zu Gast, wo ein ähnliches Programm läuft. Beide Male moderieren die vier und stehen für Gespräche mit dem Publikum bereit.

Eine Tour durch Russland schließt sich an

Ob Moskau bereit ist für das Fahrrad, kann Chris Wawrzyniak aus der Ferne nicht beurteilen. Fest steht: Eine russische Fahrradaktivistin trägt den Gedanken nach den beiden Tagen weiter ins Land. „Unsere Kooperationspartnerin tourt mit den Filmen zwei Monate lang durch zehn russische Städte wie Irkutsk und Jekaterinenburg.“

Das Fahrradfestival sei in Europa bereits das größte seiner Art, sagt Chris Wawrzyniak. „Weltweit ist es eines der größten.“ Jedenfalls der nichtkommerziellen. „Für uns steht die Botschaft im Vordergrund“, sagt Wawrzyniak: „Dass das Fahrrad nicht nur ein Transportmittel ist, sondern ein Lebensgefühl.“ Ökologisch sinnvoll, natürlich, aber auch gesund und kostengünstig. „Es gibt keine Nachteile.“

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Arte hat am vergangenen Sonntag ein Porträt des Fahrradfilm-Festivals in der Sendung „Kurzschluss“ gezeigt. Zu sehen ist der gut sechsminütige Film bis zum 2. Juli in der Mediathek: www.arte.tv/de/videos/075628-003-A/kurzschluss-das-magazin.

Alle Informationen zum Festival gibt es im Internet: auf www.cyclingfilms.de und en.wikipedia.org/wiki/International_Cycling_Film_Festival

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