Interview

Experte: Fundtiere nicht unbedingt mit nach Hause nehmen

Im Herbst werden verstärkt Igel gefunden.

Im Herbst werden verstärkt Igel gefunden.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Herne.  Wer ein Wildtier findet, sollte es nicht zwangsläufig mit nach Hause nehmen. Das sagt Jürgen Heuser, Leiter der Biologischen Station in Herne.

Was tun, wenn man ein Wildtier findet? Jürgen Heuser, Leiter der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet gibt Tipps.

1. Wie verhalte ich mich, wenn ich ein Wildtier finde, das alleine oder verletzt ist?

Jungtiere, die alleine erscheinen, sollte man in der Regel in Ruhe lassen. Sie werden meistens noch von den Elterntieren versorgt. Wenn nicht, muss man einfach sagen: Das ist Natur. Bei verletzten Tieren steht man schon manchmal vor der Frage, ob man als Mensch eine Verantwortung hat. Das sind immer Einzelfallentscheidungen. Je größer die Tiere, desto chancenreicher sind solche Hilfsaktionen. Es gibt zum Beispiel für Greifvögel eine Auffangstation in Hattingen. Für kleine Singvögel bedeuten Verletzungen in der Regel das Todesurteil.

2. Welche Tiere findet am häufigsten?

Am häufigsten findet man im Sommer kleinere Singvögel. Im Herbst werden dann oftmals Anfragen zu kleinen Igeln an uns herangetragen.

3. Kann ich verlassene Jungtiere selber aufziehen?

Sie dürfen es, wenn Sie die Absicht verfolgen, die Tiere so lange zu versorgen, bis sie ihre Eigenständigkeit erlangt haben. Eine dauerhafte persönliche Aneignung der Tiere ist nicht erlaubt. Man sollte wissen, dass so etwas meistens recht schwierig ist und oft einen Dauereinsatz rund um die Uhr bedeutet. Man sollte unbedingt Menschen mit entsprechender Erfahrung auftreiben und sich wichtige Tipps geben lassen. Die Biologische Station übernimmt solche Aufgaben nicht und verfügt auch nicht über solche Erfahrungen.

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