Helmut Kohl

Herner Christdemokraten würdigen Alt-Kanzler Helmut Kohl

Die Herner Christdemokraten würdigen Helmut Kohl als beeindruckende Persönlichkeit.

Foto: Stephanie Pilick

Die Herner Christdemokraten würdigen Helmut Kohl als beeindruckende Persönlichkeit. Foto: Stephanie Pilick

Herne.   Nach dem Tod von Alt-Kanzler Helmut Kohl blicken Herner Christdemokraten mit Trauer, aber voller Respekt zurück. Er sei beeindruckend gewesen.

Nach dem Tod von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl blicken Herner Christdemokraten mit Trauer, aber voller Respekt zurück. Einige von ihnen haben Kohl in dessen aktiver Zeit noch persönlich getroffen.

Ingrid Fischbach, die mit Ablauf dieser Legislaturperiode aus dem Bundestag ausscheidet, hat Kohl kennengelernt, als sie 1998 gerade in den Bundestag eingezogen war. Kohl habe sie sehr beeindruckt, sie habe selten einen Menschen mit einer so großen Aura getroffen. Und sie habe selbst erlebt, welch großes Namensgedächtnis Kohl gehabt habe. Als sie Kohl vorgestellt werden sollte, habe dieser längst gewusst, dass es sich um Ingrid Fischbach handelt.

Kämpfer für die deutsche und europäische Einheit

Kohl habe sich große Verdienste um die deutsche und die europäische Einheit erworben. Fischbach: „Ohne Helmut Kohl hätte es die deutsche Einheit nicht gegeben.“

Sehr persönliche Erinnerungen hat Bettina Szelag, Fraktionsvorsitzende der CDU im Herner Stadtrat, an Helmut Kohl. Nachdem sie mit einem Quintett bei einer Parteiveranstaltung in der Düsseldorfer Philipshalle aufgetreten war, kam Helmut Kohl höchstselbst hinter die Bühne, um sich bei jedem ausdrücklich per Handschlag zu bedanken. Sollte sie ihn mit einem einzigen Wort beschreiben, würde sie sich für „beeindruckend“ entscheiden. „Er war der Kanzler der Einheit“, sagt sie, „nicht nur der deutschen, sondern auch der europäischen. Letzteres wird oft vergessen.“

Helmut Kohl hat auch Herne besucht

Für Timon Radicke, Hernes CDU-Parteichef, ist Kohl „der ewige Kanzler“. „Während meiner Kindheit und Jugend habe ich ja gar keinen anderen gekannt“, so Radicke. Es sei für ihn 1998 völlig unvorstellbar gewesen, dass er abtreten musste. „Die tatsächliche Lebensleistung eines Menschen weiß man meistens erst mit einigem Abstand zu schätzen“, so Radicke. „In ein paar Jahren wird die Wahrnehmung von Helmut Kohl eine ganz andere sein, als in den letzten Jahren“, vermutet er mit Blick auf die Parteispendenaffäre.

Auch für Markus Schlüter, bis vor wenigen Wochen Fraktions- und Parteichef der Herner CDU, war Helmut Kohl der Kanzler seiner Jugend. „Er hat sehr große Räume ausgefüllt, auch politisch.“ Sein großes Verdienst sei die Wiedervereinigung gewesen, „das hätten nicht viele Volkswirtschaften geschafft.“ Vieles von Kohls Politik könne er unterschreiben, aber nicht alles. Wegen der Parteispendeaffäre sei er zu Recht in die Kritik geraten. „Mächtig“, und das in mehr als einer Hinsicht, ist für Schlüter die passende Beschreibung von Helmut Kohl.

Helmut Kohl war im Juni 1977 bei einem Landespartei der CDU zu Gast in Herne, wie aus einer Veröffentlichung des CDU-Landesdienstes hervorgeht. Er nahm dabei insbesondere Stellung zur Auseinandersetzung mit der FDP, die „zunehmend in den Abstiegssog der SPD geraten sei“.

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