Landgericht

Herner bestreitet Vergewaltigung und spricht von Intrige

Im Bochumer Landgericht findet der Prozess statt.

Im Bochumer Landgericht findet der Prozess statt.

Foto: Markus Weißenfels

Herne.   Ein Herner soll seine Freundin vergewaltigt haben. Der Angeklagte bestreitet das – und spricht von einer Intrige der Familie der Frau.

Ein Mann aus Herne soll im Februar 2017 seine künftige Verlobte vergewaltigt haben. Vor dem Bochumer Landgericht bestreitet der 29-Jährige eine Gewalttat vehement. Er spricht von einvernehmlichem Sex – und wittert in den Anschuldigungen eine Intrige der Familie des mutmaßlichen Opfers.

Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Anklage kam es am 5. Februar 2017, neun Tage vor der großen Verlobungsfeier des Angeklagten und des mutmaßlichen Opfers, in einer Wohnung in Herne-Süd zu einem sexuellen Übergriff. Der 29-jährige Mann soll seine Freundin damals „gegen ihren ausdrücklichen Protest“ zum Sex gezwungen haben. Für die junge Frau war es der erste Geschlechtsverkehr.

Aussage steht gegen Aussage

Fakt ist: Die Frau hatte Strafanzeige erstattet, diese aber später dann zurückgenommen, um sie kurz danach abermals in Kraft zu setzen. Fakt ist auch: Am 14. Februar 2017 fand zunächst auch noch die große Verlobungsfeier statt.

Nach der Version des Angeklagten ist es erst im Anschluss an die Verlobungsfeier zum Bruch der beiden Familien gekommen. Die Familie des mutmaßlichen Opfers sagt dagegen, der Bruch sei schon während der Verlobungsfeier für jedermann sichtbar gewesen.

Anwalt fordert Einsichtnahme von 999 Fotos

Der Angeklagte behauptet, dass die junge Frau ihrer Mutter wohl während der Feier anvertraut habe, dass sie bereits Sex mit dem Angeklagten gehabt habe. Im Nachhinein sei dann – quasi zur Rechtfertigung – plötzlich der Vergewaltigungs-Vorwurf erfunden worden.

Um seine Unschuldsbeteuerungen zu unterfüttern, beantragte sein Verteidiger Matthias Düllberg (Bochum) am Montag im Bochumer Landgericht unter anderem die Einsichtnahme von 999 Fotos und 20 Handyvideos von der Verlobungsfeier, die eine ausgelassene Stimmung dokumentieren sollen.

Im Fall einer Verurteilung droht dem Herner eine Mindesthaftstrafe von zwei Jahren. Der Prozess wird fortgesetzt.

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