Prozess

Herner bestellt Apple-Handys mit gestohlenen Kundendaten

Der Prozess fand am Bochumer Landgericht statt.

Der Prozess fand am Bochumer Landgericht statt.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Herne.  Ein Herner ist zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte sich mit abgefischten Kundendaten teure Smartphones bestellt.

Ein Kaufmann aus Baukau ist am Freitag, 21. Juni, am Bochumer Landgericht zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der 28-Jährige hatte sich mit Hilfe von abgefischten Kundendaten reihenweise hochwertige Apple-Smartphones zuschicken lassen und anschließend weiterverkauft. Gesamtschaden laut Urteil: rund 42.000 Euro. Mit der Bewährungschance honorierten die Richter der 10. Strafkammer insbesondere das umfassende Geständnis, das der Trickbetrüger im Prozess abgelegt hatte.

Außerdem konnte der Baukauer Pluspunkte sammeln, indem er zwischenzeitlich bereits rund ein Viertel des entstandenen Schadens (10.000 Euro) wiedergutgemacht hat. Richterin Astrid Meiler betonte in der Urteilsbegründung aber auch noch einmal ausdrücklich die massiven negativen Auswirkungen für die Opfer des Datenmissbrauchs durch den Angeklagten, die sich unberechtigten Abbuchungen und Inkassoschreiben ausgesetzt gesehen hatten. Sie mussten um die Vertragsstornierungen der von ihnen ja gar nicht in Auftrag gegebenen Handybestellungen kämpfen.

Herner arbeitete in Bochumer Handyshop

Der Kaufmann hatte sich von November 2017 bis September 2018 in mehr als 30 Fällen neue iPhones, zuerst das Modell „8 Plus“, am Ende nur noch das Modell „X“ an einen Handyshop in der Bochumer Innenstadt schicken lassen. Dort hatte der Kaufmann bis März 2018 gearbeitet. Offiziell bestellt hatte der 28-Jährige die Handys auf die Namen von Firmen und Privatpersonen aus der bestehenden Kundendatei seines Arbeitgebers, auf die er missbräuchlich zugegriffen hat. Die zu den jeweiligen Personen gehörenden Ausweiskopien waren laut Urteil in der Kundenkartei des Handyshops gespeichert, so dass die Mobilfunkbetreiber zunächst auch keinerlei Verdacht geschöpft hatten.

Nachdem der Angeklagte im März 2018 in dem Handyladen seine Kündigung erhalten hatte, hatte er von zu Hause aus weitergemacht und sich die Apple-Smartphones kurzerhand an andere Lieferanschriften schicken lassen. Dazu gehörten auch an zwei Privatadressen von Angehörigen in Herne-Mitte. Das Urteil lautet auf Computerbetrug und Urkundenfälschung. Das Verfahren gegen einen mitangeklagten Helfer war zuvor bereits gegen eine Geldzahlung in Höhe von 500 Euro eingestellt worden.

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