Förderprojekt

Herner Awo-Kindertagesstätten starten neues Förderprojekt

Gruppenarbeit gehörte zum gestrigen Auftakt des Modellprojektes, mit dem alle drei Awo-Kitas starten.

Foto: Awo

Gruppenarbeit gehörte zum gestrigen Auftakt des Modellprojektes, mit dem alle drei Awo-Kitas starten. Foto: Awo

Herne.   Die Awo-Kindertagesstätten starten ein neues Förderprojekt. Es soll Eltern mit Migrationshintergrund helfen, wenn das Kind ein Handicap hat.

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Wenn Eltern mit Migrationshintergrund feststellen, dass ihr Kind ein Handicap hat, haben sie meist große Schwierigkeiten, Hilfe zu bekommen: Das ist die Erfahrung, von der Ulrike Gaus, Bereichsleitung Soziale Dienste bei der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Mitte, gestern berichtete. Um den Familien Unterstützung zu bieten, hat sie sich gemeinsam mit Astrid Bochmann, Awo-Fachbereichsleitung Kita, für ein neues Projekt stark gemacht, das nun an den Start gegangen ist.

Mitarbeitende und Studierende der Technischen Hochschule Köln, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften, werden drei Jahre lang betroffene Eltern aus den drei AWO-Kitas in Herne und drei weiteren Einrichtungen in Bochum begleiten. „Wir bieten ihnen einzelne Sprechstunde an und laden sie zum Elterncafé ein“, erläuterten Donja Amirpur und Andrea Platte von der TH Köln. Darüber hinaus sind mehrere Foren geplant, an denen alle Eltern, Erzieherinnen und weitere Projektpartner wie die Frühförderstelle teilnehmen. Die Familien sollen von ihren Schwierigkeiten berichten, die es bei Anträgen auf Zuschüsse, Fördermittel oder Therapien gibt. Zu Wort kommen sollen aber auch Erzieherinen und Erzieher, die die Kinder mit Handicap Tag für Tag erleben. Die Erfahrungswerte der Kita-Teams sollen in die Projektstudie miteinfließen.

2000 Kinder besuchen Awo-Kitas in Herne und Bochum

Nach Angaben von Astrid Bochmann ist für 69 der insgesamt 2000 Kinder, die Awo-Kitas in Herne und Bochum besuchen, ein entsprechender Förderbedarf festgestellt worden. Von den betroffenen Mädchen und Jungen haben 38 einen Migrationshintergrund. Man wisse natürlich, dass auch die deutschstämmige Eltern unter Umständen Schwierigkeiten haben, dass Förderanträge, Hilfsmittel und Therapien genehmigt werden. Sie sollen in dem Projekt nicht vollkommen außen vor bleiben. Belegt sei aber, so Donja Domipur, dass schon allein aufgrund der Sprachbarrieren Zuwandererfamilien bei Behördengängen oftmals größere Probleme haben. Zudem würden, so Domipur, auch Mitarbeiter mancher Behörden den Eltern nicht immer hilfreich zur Seite stehen.

Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, hat sich die Stiftung Wohlfahrtspflege entschlossen, das Projekt finanziell zu fördern.

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