Forschung

Herner Algenprojekt wird bis Ende 2021 verlängert

Bestimmte Algenarten könnten eine interessante Rolle bei der Biodiesel-  oder Wasserstoffproduktion spielen.

Bestimmte Algenarten könnten eine interessante Rolle bei der Biodiesel- oder Wasserstoffproduktion spielen.

Foto: Walter Fischer

Herne.   Die Förderung des Projekts Solar Bioproducts Ruhr ist bis Ende 2021 verlängert worden. Es geht um die Rolle von Algen bei der Energiegewinnung.

Das Projekt „Solar Bioproducts Ruhr“ wird bis Ende des Jahres 2021 verlängert. Das hat der Aufsichtsrat der Herner Wirtschaftsförderung beschlossen.

Man habe „guten Gewissens“ verlängert, sagte WFG-Aufsichtsratvorsitzender OB Frank Dudda, der die Forscher nach Herne geholt hatte. Langsam würden sich erste Erfolge einstellen.

Zum Hintergrund: Ziel ist es, Herne als Forschungsstandort auf die Landkarte zu setzen. Professor Thomas Happe von der Ruhr-Universität Bochum, weltweit anerkannter Wissenschaftler im Bereich der Algenforschung - und Herner Bürger -, möchte mittelfristig ein forschungsbezogenes wissenschaftliches Zentrum in der Stadt aufbauen. Als erster Anker wurde 2015 im Innovationszentrum ein Projektbüro eingerichtet, um die Grundlagen zu schaffen und Netzwerke aufzubauen.

Seit Beginn habe Solar Bioproducts eine Reihe von Maschen knüpfen können, erläutert Projektleiterin Christina Marx im Gespräch mit der WAZ-Redaktion. „Wir haben schon sehr viel erreicht.“ So fördert das Bundesforschungsministerium den Aufbau eines Projekts, bei dem Solar Bioproducts gemeinsam mit dem Institut für Bioenergie und Biotechnologie (QIBEBT) in der Millionenstadt Qingdao Forschungspräsenzen auf beiden Seiten aufbauen soll. In einem gemeinsamen Labor soll die Biodiesel- und Wasserstoffproduktion mit Hilfe von Algen untersucht werden. In der ersten Phase stellt der Bund 200 000 Euro für zwei Jahre zur Verfügung. Happe und sein Team haben in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte zur biotechnologischen Wasserstofferzeugung gemacht. Dieser Ansatz passt auch in den Ansatz des Forschungsverbunds Ruhr Valley, der in der Akademie Mont-Cenis angesiedelt ist, doch in dieser Hinsicht bremst Marx. Das ließe sich wohl erst langfristig verbinden.

Sie weist darauf hin, dass die Partnerschaft längst nicht auf Qingdao beschränkt bleiben muss, auch andere Forscher aus China hätten bereits Interesse signalisiert. Auch in anderen wissenschaftlichen Netzwerken ist das Herner Projektbüro vertreten, Marx ist regelmäßig Gast bei Kongressen.

OB sieht Marktöffnungsfunktion

Allerdings zeigt Solar Bioproducts auch in Herne an mehreren Stellen Flagge. Das Projektbüro ist Partner des zdi MINT-Netzwerks, mit dem Schüler für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert werden sollen, außerdem ist Marx inzwischen regelmäßiger Gast beim Herner Umwelttag. Und für einen Algenkochkurs kamen sogar Teilnehmer aus Düsseldorf nach Herne.

Aus Sicht des Oberbürgermeister übernimmt Solar Bioproducts eine wichtige Marktöffnungsfunktion in China. Eine Leistungsschau der Forscher sei gut für Herne. Wenn die Stadt über eigene Forschungsprodukte wichtige Zukunftsthemen besetzen könne, sei dies effektiver als jede Imagekampagne.

Auch wenn Herne eine Stadt ohne eine Hochschule ist, so hat es in der jüngeren Vergangenheit einige Wissenschafts-Einrichtungen gewinnen können.

>> WEITERE WISSENSCHAFTSEINRICHTUNGEN

Ruhr Valley: Der Verbund der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, der Hochschule Bochum und der Fachhochschule Dortmund forscht im Bereich Elektromobilität und Energie.

Talentkolleg Ruhr: Das Kolleg ist ein Projekt der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, mit dem Kinder, die aus weniger privilegierten Familien kommen, an Ausbildung oder Schule herangeführt werden sollen.

FH des Mittelstands Bielefeld: In der Kooperation mit dem Mulvany-Berufskolleg können Studierende in Herne in einer Art Fernstudium ihren Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre machen.

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