Hilfsprojekt

Herner Ärzte-Ehepaar hilft Peruanern für Gottes Lohn

Freuen sich auf Peru: Thomas und Hanna Tielmann mit ihren beiden Töchtern Dina (li.) und Marta in ihrem Garten in Sodingen. Am 4. Februar hebt ihr Flieger nach Südamerika ab.

Freuen sich auf Peru: Thomas und Hanna Tielmann mit ihren beiden Töchtern Dina (li.) und Marta in ihrem Garten in Sodingen. Am 4. Februar hebt ihr Flieger nach Südamerika ab.

Foto: Ralph Bodemer

Herne.   Hanna und Thomas Tielmann gehen für dreieinhalb Jahre nach Peru. In einem Krankenhaus in der Nähe von Cuzco helfen sie Quechua-Indianern.

Das Foto zeigt eine lachende, glückliche Familie: Hanna (32) und Thomas Tielmann (37) mit ihren Töchtern Marta (3) und Dina (1). Das Ärzteehepaar aus Sodingen möchte sein Glück teilen und macht es sich dabei wahrlich nicht leicht: Am 4. Februar fliegt es samt Nachwuchs nach Peru, um dort in einem Krankehaus den Quechua-Indianern zu helfen, den Nachfahren der Inka, den Armen im Andenstaat. 120 Kilometer entfernt von der Stadt Cuzco werden und wollen die Mediziner keine Reichtümer erwirtschaften, sondern mehr oder weniger für Kost und Logis tun, was sie in Deutschland gelernt haben. Thomas Tielmann als Chirurg, derzeit Oberarzt am EvK, und Hanna Tielmann als Zahnärztin. Dreieinhalb Jahre zwar fern von der Heimat, dafür aber ganz nah an Menschen, die ihre Hilfe bitternötig haben.

Einziges Hospital im Umkreis von 100 Kilometern

„300 Kranke stehen morgens Schlange vor dem Krankenhaus in Curahuasi, es ist das einzige Hospital im Umkreis von 100 Kilometern“, berichtet der 37-Jährige. Er ist schon vor Ort gewesen und weiß, dass es sich um eine große Einrichtung mit Ausstattung nach europäischem Standard handelt. Hier werde Qualität geboten, die Patienten werden trotz ihrer Armut von den 220 Mitarbeitern bestens versorgt.

Um an die Reihe zu kommen, bekommen sie ein Kärtchen mit einer Nummer ähnlich wie beim deutschen Arbeitsamt. „Mehr als 200 pro Tag schaffen wir nicht, alle anderen müssen eine Nacht warten“ – und dann in der Regel draußen vor der Tür schlafen.“ Nur einen symbolischen Euro kostet die Behandlung, obwohl die Rechnung viel höher ausfällt. Manche Patienten können auch etwas mehr bezahlen. Der Rest wird über Spenden finanziert und dadurch, dass die Ärzte im wahrsten Sinne des Wortes für „Gottes Lohn“ arbeiten. Denn christliche Nächstenliebe ist es – neben dem Fernweh und der Lust auf andere Länder –, die Hanna und Thomas Tielmann nach Südamerika treibt. Beide sind schon über ihre Elternhäuser bei der Evangelischen Freikirche engagiert, feiern Gottesdienste in der Kirche am Herner Westring, beten mit Gemeindemitgliedern, aber auch unter der Woche zu Hause. „Aus Dankbarkeit möchten wir etwas von dem weitergeben, womit Gott uns beschenkt hat. Unser Vorbild ist Jesus Christus, der sein Leben für Kranke und Arme einsetzte“, lautet ihre Motivation.

Der Hausstand wird aufgelöst

Schon nach dem Abitur absolvierte Hanna Tielmann ein halbes freiwilliges Soziales Jahr in Tansania, beide waren gemeinsam viel in fernen Ländern unterwegs, einmal sogar auf Weltreise. Aber jetzt mit kleinen Kindern? „Das ist kein Problem, es gibt einen Kindergarten dort und eine internationale Schule“, sagt Hanna Tielmann. Jetzt, meinen sie, sei der richtige Zeitpunkt gekommen, die Kinder seien im passenden Alter: „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, hat sich das Sodinger Paar gefragt, das seine Wurzeln im rheinischen Siegburg hat.

Eher ein Problem ist es, sich von vielen Dingen zu trennen, denn sie können nur ein paar Koffer mitnehmen. Der Hausstand wird aufgelöst, alles verkauft und verschenkt, was nicht unbedingt benötigt wird. Daneben pauken die Eltern Spanisch für Peru, die Sprache der Quechua sei zu schwierig zu erlernen. Aber eines wissen die Ärzte schon zu übersetzen, den Namen ihres Krankenhauses in der ursprünglichen Landessprache. Es heißt Diospi Suyana: „Wir vertrauen auf Gott.“

>>>>>INFO

Wer die Familie Tielmann und ihr Projekt am Diospi-Suyana-Hospital in Curahuasi unterstützen möchte, kann das mit einem Gebet tun, aber auch durch eine Spende.

Spenden gehen auf das Konto DE33 2916 7624 0012 577600 der Vereinigten Deutschen Missionshilfe bei der Volksbank Syke. Verwendungszweck „Familie Tielmann, AC436000“ (mit Spendenquittung). Informationen über das Projekt gibt es auch
im Internet auf
www.tielmann-peru.net

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