Eskalation

Herner (25) stirbt nach Auseinandersetzung bei Party

Der Polizeieinsatz nach einem Party-Streit mit Todesfolge löste einige Fragen aus.

Der Polizeieinsatz nach einem Party-Streit mit Todesfolge löste einige Fragen aus.

Foto: Thomas Nitsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Ein Herner (25) ist nach einem Streit bei einer Party am Hölkeskampring an den Folgen eines Faustschlags gestorben. Das ist bisher bekannt.

Ein 25-jähriger Herner soll auf einer privaten Party bei einer Auseinandersetzung nach einem Faustschlag auf den Hinterkopf gefallen sein. Kurz darauf erlag er in einem Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Das teilen die Polizei und die Staatsanwaltschaft Bochum auf Anfrage der WAZ mit. Die von der Polizei nicht öffentlich gemachte mutmaßliche Körperverletzung mit Todesfolge ereignete sich bereits am Sonntag, 21. Juli.

Mit Hirnblutung ins Krankenhaus

Und so stellt Staatsanwalt Danyal Maibaum den Vorfall auf Grundlage der bisherigen Ermittlungen dar: Bei einer Party in einer Wohnung am Hölkeskampring soll es in der Nacht auf den 21. Juli auch alkoholbedingt zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein. Weil das spätere Opfer aggressiv gegenüber einem anderen Gast geworden sein soll, sei er vom Gastgeber der Wohnung verwiesen worden.

Gegen 4 Uhr sei er zurückgekehrt und habe beim Versuch, in die Wohnung zu gelangen, die Tür beschädigt. Anschließend habe ein Gast die Tür geöffnet und dem 25-Jährigen mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so Maibaum. Dadurch sei er gestürzt und wohl auf den Hinterkopf gefallen. Er sei dann mit Hirnblutungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo er einen Tag später gestorben sei, berichtet der Staatsanwalt. Die Beisetzung des 25-jährigen Mitarbeiters eines Online-Handels findet am Mittwoch statt.

Polizei veröffentlicht Vorfall nicht

Die WAZ hat erst am Dienstag, also neun Tage später von guten Bekannten des Opfers von dem Todesfall erfahren. Diese beklagten, dass wenig über den Tathergang bekannt sei und sich im Zuge von Gesprächen mit der Feuerwehr einige Fragen unter anderem zum Einsatz der Polizei stellten. So hätten vor Ort Kriminalbeamte aus Essen Ermittlungen durchgeführt.

Polizeisprecher Marco Bischoff bestätigt dies gegenüber der WAZ. Die Polizei Herne sei aber mit einem Streifenwagen direkt nach dem Notruf sofort vor Ort gewesen. Weil jedoch das zuständige Bochumer Kriminalkommissariat in Essen ermittelt habe, hätten im Gegenzug die Essener Kollegen Amtshilfe geleistet und den Herner Fall übernommen. Hintergrund: Ebenfalls in der Nacht auf den 21. Juli hatte sich ein 30-jähriger Mann bei einem Polizeieinsatz in Essen schwer verletzt. Aus „Neutralitätsgründen“ übernahm die Bochumer Polizei diese Ermittlungen.

Der schwerwiegende Vorfall am Hölkeskampring sei von der Bochumer Polizei nicht mit Absicht der Öffentlichkeit vorenthalten worden, so Polizeisprecher Bischoff. Sondern: Das sei wohl an jenem für die Polizei ereignisreichen Wochenende „hinten rübergefallen“, so der Erklärungsversuch.

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