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Herne: Welche Klamotten im Sportunterricht erlaubt sind

In den Schulen gilt: Helle Sohlen sind bei Turnschuhen Pflicht. Viele sagen zudem: Schultern müssen bedeckt sein.

In den Schulen gilt: Helle Sohlen sind bei Turnschuhen Pflicht. Viele sagen zudem: Schultern müssen bedeckt sein.

Foto: Getty / OH

Herne.  Was dürfen Herner Schüler im Schulsport anziehen – und was nicht? Ist bauchfrei erlaubt? Gehen Sport-Tops? Dazu gibt es unterschiedliche Regeln.

In Herne gibt es keine einheitliche Regelung darüber, was Schüler im Sportunterricht anziehen dürfen und was nicht. Wieviel Haut die Mädchen und Jungen zeigen dürfen, hängt von der Schule ab.

Generell gilt: Die Sicherheit im Unterricht muss auch beim gemeinsamen Sport gewährleistet sein, heißt es. Das Bedeutet: Schnürsenkel müssen in der Sporthalle zugebunden, lange Haare zu einem Zopf gebunden und Piercings abgeklebt werden, außerdem muss Schmuck abgelegt werden, so die Schulen. Auch herrscht darüber Konsens, dass eine helle Sohle bei Turnschuhen Pflicht ist. Nicht zu vergessen: Künstliche Fingernägel, bei vielen Mädchen der letzte Schrei, müssten ebenfalls abgeklebt werden, sagt Katharina Rodermund, Leiterin der Gesamtschule Wanne-Eickel.

Haranni: Sportbekleidung soll in erster Linie sehr bequem sein

Darüber hinaus gibt es keine einheitliche Kleiderordnung für den Schulsport in Herne. Am Haranni-Gymnasium in Herne-Mitte etwa packen Kinder und Jugendliche die Sportkleidung in die Sporttasche, die ihnen gefällt. Schulleiterin Nicole Nowak, Sprecherin der Herner Gymnasien, habe damit keine schlechten Erfahrungen gemacht. Zu anzüglich erscheine niemand zum Sport. Ihr ist vor allem wichtig, dass Sportkleidung sehr bequem ist. Gegen Sport- oder Lauftops habe sie nichts.

Am Pestalozzi-Gymnasium ist das anders. Da müssen Schülerinnen und Schüler in der Turnhalle T-Shirts tragen, die die Schultern bedecken. Im Sportunterricht gehe es nicht darum, „schick auszusehen“, sondern darum, „unfallfrei und ohne Peinlichkeiten“ daran teilnehmen zu können, sagt Schulleiter Volker Gößling. Schulterfreie Kleidung, darunter Tops, seien deshalb nicht erlaubt: „kein großer Ausschnitt, kein freier Bauch, und nichts soll verrutschen“, gibt er die Regel vor.

Zu viel Haut führe zu Missverständnissen

Ähnlich ist das an der Gesamtschule Wanne-Eickel und an der Hans-Tilkowski-Schule. An der Gesamtschule an der Stöckstraße sollen die Schüler – egal, welchen Geschlechts – „kurz- oder langärmlige T-Shirts tragen, die den Bauch bedecken“, sagt Schulleiterin Katharina Rodermund. Alles andere sei „unangemessen“ und „unpraktisch“. „Wir sind ja nicht im Fitnessstudio“, so die Sprecherin der Herner Gesamtschulen. Kopftücher seien ausdrücklich erlaubt. Eine Regelung gebe es auch für den Schwimmunterricht, wo Bikinis Tabu seien – genauso wie Unterhosen, die Jungs derzeit gerne unter den Badeshorts tragen. „Wir sind nicht im Fitnessstudio“: Das sagt auch Lothar Heistermann, Leiter der Hans-Tilkowski-Schule in Wanne-Eickel. Zu viel Haut bei Schülerinnen könne zu Missverständnissen führen. Auch Lehrer, so der Leiter der Hauptschule, müssten da geschützt werden.

Laut Volker Gößling, Leiter des Pestalozzi-Gymnasiums, bildeten Schüler beim Schulsport – anders als beim Vereinssport – eine „Zwangsgemeinschaft“, und dafür sei eine „vertretbare Standardkleidung“, die für alle angemessen und für wechselnde Sportarten geeignet sei, nötig. Früher, sagt er, hätten Sportlehrer regelmäßig mit Schülerinnen über die Breite ihrer Tops diskutieren müssen, das sei nun durch die Regelung an seiner Schule nicht mehr nötig. Dazu gelte auch bei ihm: Im Schwimmunterricht seien Bikinis tabu. Die Kleiderordnung, so Gößling, der auch Sportlehrer ist, werde von den meisten Schülern und Eltern akzeptiert, nur vereinzelt gebe es Kritik.

Auch Andrea Junker, Leiterin der Realschule Strünkede, setzt auf „angemessene Sportbekleidung“, die Schultern, Bauch und Dekolleté bedecke: „Darauf achten die Lehrer.“ Angemessene Kleidung gehöre zur Schule wie später zum Beruf, darauf sollten die Schüler vorbereitet werden. Wer mit Top oder Trägerhemdchen zum Sport auflaufe, der erhalte von den Sportlehrern ein Leih-T-Shirt. Das, so die Sprecherin der Herner Realschulen, komme nicht so gut bei den Schülern an – deshalb achteten sie genau darauf, was sie mitbrächten.

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