Landgericht

Herne: Stieftochter missbraucht – 55-Jähriger verurteilt

Schon als Schülerin wurde die Hernerin missbraucht.

Schon als Schülerin wurde die Hernerin missbraucht.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Bochum/Herne.  Eine 20-jährige Hernerin ist als junges Mädchen mehrmals sexuell missbraucht worden. Dafür wurde ihr Stiefvater nun verurteilt.

Mehr als zehn Jahre nach einer mutmaßlichen Serie von sexuellen Übergriffen ist der Stiefvater einer heute 20 Jahre alte Frau aus Herne am Bochumer Landgericht verurteilt worden.

Das Urteil: ein Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung. Der 55-jährige Frührentner hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten und als „Lügenmärchen“ bezeichnet. Die Richter der 4. Strafkammer stützen ihre Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs in drei Fällen am Ende aber weitestgehend auf das Ergebnis eines Glaubwürdigkeitsgutachtens, das die Schilderungen der Hernerin zumindest in einigen Punkten als uneingeschränkt glaubhaft eingestuft hatte.

Richter: Wir glauben, dass da mehr gewesen ist

Ursprünglich war dem Stiefvater sogar vorgeworfen worden, sich von 2008 bis 2009 mindestens 40 Mal an dem anfangs neun Jahre alten Mädchen vergangen zu haben. Und das sogar fast immer bis hin zum Geschlechtsverkehr. In diesem Umfang und in dieser Intensität sahen sich die Bochumer Richter jedoch zu sicheren Missbrauchs-Feststellungen außerstande. „Wir glauben, dass da mehr gewesen ist, können es aber am Ende nicht sicher feststellen“, hieß es.

Laut Urteil sollen sich die drei Übergriffe durch unsittliches Berühren am Rande der Kontrolle der Hausaufgaben zugetragen haben. Die heute 20-jährige Hernerin hatte 2018 Strafanzeige gegen ihren Stiefvater erstattet. Den Kontakt zu ihrer Familie hat die Belastungszeugin seitdem komplett abgebrochen.

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