Messergebnisse

Herne: Stadt nennt Einzelheiten zu Großeinsätzen bei Suez

Am 9. September gab es in der Abfallbehandlungsanlage Suez in Herne den ersten von zwei Großeinsätzen der Feuerwehr.

Am 9. September gab es in der Abfallbehandlungsanlage Suez in Herne den ersten von zwei Großeinsätzen der Feuerwehr.

Foto: Muscheid

Herne.  Nach den zwei Feuerwehr-Großeinsätzen in der Abfallanlage Suez in Herne hat die Stadt nun Einzelheiten bekannt gegeben – darunter Messergebnisse.

Zweimal hat es in der thermischen Wiederaufbereitungsanlage Suez in Herne in diesem Monat große Feuerwehreinsätze geben: Nach einem Brand rückten Spezialkräfte auch in ABC-Schutzkleidung zu dem Betrieb an der Südstraße aus, einige Tage später gab es erneut ein Großaufgebot, weil 50 Anwohner über Übelkeit geklagt hatten.

Bei allen durchgeführten Untersuchungen während und nach den beiden Großeinsätzen in Holsterhausen seien „keine Auffälligkeiten“ festgestellt worden, sagte Daniel Wirbals (Stadt Herne) am Mittwoch im Umweltausschuss. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) habe „keine akute Toxizität festgestellt“, „nur“ die „übliche Hintergrundbelastung“.

Roberto Gentilini (SPD): „Wir wollen solche Firmen nicht in Herne“

Damit bestätigt die Stadt erstmals auch, dass es überhaupt einen zweiten Einsatz bei Suez gab. Auf Nachfrage der WAZ am 17. September teilte ein Stadtsprecher lediglich mit, dass es „Geruchsbelästigungen von einem Betrieb im Umfeld der Südstraße“ gegeben habe. Den Namen des Betriebs wollte er nicht nennen. Daniel Wirbals (Stadt) ging im Umweltausschuss nun sogar weiter. Er sagte, dass es Menschen auf dem Gelände der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft (GBH) gewesen seien, die über Übelkeit geklagt hätten. Die GBH ist ein Nachbar von Suez. Die starken Gerüche seien dort „durch Umschichtung von Böden in der Halle“ entstanden.

In der Luft seien „geringe Spuren von Nonanal (ein Aldehyd), Naphthalin und einigen schwefelhaltigen Komponenten“ festgestellt worden. Diese Komponenten könnten in der Mischung den Geruch erzeugt haben. Es sei nicht davon auszugehen, dass sie giftig seien. „Gleichwohl“, so Wirbaks, „können solche Gerüche durchaus zu körperlichen Beschwerden wie Unwohlsein, Übelkeit oder Kopfschmerzen führen“. Später sei eine Vernebelungsanlage eingesetzt worden, um die Gerüche zu stoppen.

Auf dem Grundstück des Unternehmens, das giftige Böden bearbeitet, seien ebenfalls keine Schadstoffe gefunden worden, sagte Wirbals. Die Boden-Untersuchungen seien durchgeführt worden, nachdem Suez im Sommer das Aus für die thermische Wiederaufbereitung für das Jahresende angekündigt habe. Apropos Aus: Was der Betreiber anschließend plane, sei in der Verwaltung (noch) nicht bekannt. Bereits entschieden sei aber, dass die thermische Bodenreinigungsanlage außer Betrieb genommen und demontiert werde.

Die Unsicherheit ist auch der Politik bekannt. „Noch ist die Kuh nicht vom Eis“, sagte SPD-Umweltexperte Roberto Gentilini. In Richtung aktuellem oder künftigem Betreiber stellte er klar: „Wir wollen solche Firmen nicht in Herne.“ Er lobte die Stadt, dass auch sie das so sehe. Auch der Grüne Umweltexperte Pascal Krüger sagte: „Die Geschichte ist noch nicht vorbei.“ Er sprach angesichts des Rückzugs der Firma Suez von der thermischen Bodenaufbereitung nur von einem „Teilerfolg“. Wenn Suez Böden künftig etwa mechanisch aufbereite, etwa Gerbereiabfälle, gäbe es weiterhin Gerüche.

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