Verkehr

Herne: SPD fordert geschützten Radfahrstreifen in Sodingen

Die SPD schlägt für einen geschützten Fahrradstreifen die Sodinger Straße im Abschnitt zwischen Hölkeskampring und Gysenberg vor.

Die SPD schlägt für einen geschützten Fahrradstreifen die Sodinger Straße im Abschnitt zwischen Hölkeskampring und Gysenberg vor.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Die SPD schlägt für Sodingen den Bau eines geschützten Radfahrstreifens vor. Die Stadt strebt dagegen zunächst ein Gesamtkonzept für Herne an.

Die SPD-Fraktion im Bezirk Sodingen will Radfahrer stärken: Sie schlägt vor, als Pilotprojekt eines erforderlichen Gesamtkonzepts auf einem Teil der Sodinger Straße einen geschützten Radfahrstreifen (Protected Bike Lane) zu errichten. Die Verwaltung will dagegen zunächst auf Grundlage einer Bürgerbefragung ein Gesamtkonzept für den Radverkehr erstellen lassen.

Das Fahrrad müsse „als qualitativ hochwertiges und sicheres Verkehrsmittel“ besser etabliert werden so SPD-Fraktions-Chef Ernst Schilla in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Sodingen. Besonders geeignet für eine erste geschützte Fahrradstrecke in Herne wäre aus Sicht der Genossen die Sodinger Straße zwischen Hölkeskampring und Gysenbergpark. Damit würde der Park sehr gut an den Radweg entlang des Hölkeskamprings angebunden; gleichzeitig würde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums aus Sodingen verbessert.

Psychologische Motivationsanalyse

Die Stadt verwies in der Sitzung darauf, dass zunächst ein Radverkehrskonzept für Herne erstellt werde. „Wir wollen wissen: Was wünschen sich Radfahrer“, sagte Josef Becker, Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr. In einem ersten Schritt sei deshalb eine sogenannte psychologische Motivationsanalyse zum Radfahren erstellt worden.

Die Ergebnisse werde die Stadt am 31. März in der Sitzung des Planungsausschusses präsentieren, so Becker. In einem zweiten Schritt würden die Ergebnisse in ein neues Radverkehrskonzept für das gesamte Stadtgebiet einfließen, das von einem externen Planungsbüro erstellt werden solle. Eine entsprechende Ausschreibung sei „für das aktuelle Kalenderjahr“ vorgesehen.

Kritik: Stadt benötigt zu lange, um Verkehrswende herbeizuführen

Aus der Opposition im Rat ist bereits mehrfach Kritik an der Verwaltung laut geworden. Ein Vorwurf: Die Stadt benötige viel zu lange, um die angestrebte Verkehrswende in Herne herbeizuführen. Auch bei der „psychologischen Motivationsanalyse“ hinkt die Stadt ihrem Zeitplan hinterher: Diese Grundlage für ein Radverkehrskonzept – ein Fußverkehrskonzept soll noch folgen - sollte eigentlich bereits 2019 erstellt werden, so die Ankündigung der Verwaltung im November 2018.

Zurück zum SPD-Vorstoß für einen geschützten Radfahrstreifen in Sodingen: Unabhängig von der Arbeit an einem Gesamtkonzept will die Stadt mit dem Landesbetrieb Straßen NRW in Kürze über diesen konkreten Vorschlag sprechen. Hintergrund: Die Landesbehörde ist zuständig für die Sodinger Straße. Der Längsparkstreifen an der Straße verhindere derzeit jedoch die Realisierung einer „Protected Bike Lane“, so Josef Becker.

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