Tiere

Herne: Schwer vermittelbare Hunde im Tierheim suchen Zuhause

Seit mehr als neun Jahren ist Mischling „Robin“ schon im Tierheim Wanne-Eickel und kuschelt nicht mit jedem so wie mit Wolfgang Scheibel, Vorstand im Tierschutzverein Herne-Wanne e.V.

Seit mehr als neun Jahren ist Mischling „Robin“ schon im Tierheim Wanne-Eickel und kuschelt nicht mit jedem so wie mit Wolfgang Scheibel, Vorstand im Tierschutzverein Herne-Wanne e.V.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Serivces

Herne.  Robin lebt seit mehr als neun Jahren im Tierheim. Er ist nicht mehr vermittelbar. Aber einige andere Hunde hoffen noch auf ein neues Zuhause.

Robin ist gut elf Jahre alt. Mehr als neun Jahre seines Lebens hat er im Tierheim Herne-Wanne verbracht. Er ist nur einer von vielen Hunden, die wohl unter die Kategorie „schwer vermittelbar“ fallen. Und deshalb viele Jahre vergeblich auf ein neues Zuhause warten.

„Das Problem ist, dass er eine Mischung aus einem Herdenschutzhund und einem Staffordshire ist“, sagt Wolfgang Scheibel, Sprecher des Herner Tierheims. Zudem hätten die damaligen Besitzer noch eine Schutzhund-Ausbildung mit Robin gemacht. „Das macht man mit so einem Hund nicht“, sagt Scheibel. „Da hat man dann eine Waffe in der Hand.“

Robin möchte das Tierheim nicht mehr vermitteln. Der Zug sei nach all den Jahren abgefahren. Robin habe nur drei Personen, mit denen er klar komme, so Scheibel. „Ich hatte genug Leute, die ihn wollten“, erklärt der 2. Vorsitzende des Tierschutzvereins Herne-Wanne. Aber Robin signalisiere durch seine Körpersprache, was er von Leuten hält. Und das habe nie gepasst.

Reaktion der Hunde ist bei Vermittlung ausschlaggebend

Die Reaktion der Hunde sei für ihn bei der Vermittlung immer ausschlaggebend. Manche Interessenten kämen und meinten, sich den Hund aussuchen zu können. Aber so laufe das nicht, erklärt Scheibel.

Denn manche der Tiere haben eine schwierige Geschichte. Wie beispielsweise Freddy . „Auf ihn wurde geschossen und er hat 17 Kugeln im Leib“, erzählt Scheibel. Das mache es oft schwierig, den fast zwölf Jahre alten Mischling zu streicheln. „Wenn ihm das Streicheln weh tut, überträgt er den Schmerz auf die Situation“, erklärt Scheibel. Das mache es schwer, Freddy zu vermitteln.

Der Mischling Aron ist seit August im Tierheim. „Er hat eine Menge Ängste und geht nicht mit jedem mit“, sagt Scheibel. Im neuen Zuhause dürften keine anderen Hunde sein, weil er so Personenbezogen sei, dass er das Herrchen oder Frauchen nicht teilen wolle.

Bei „Tiere suchen ein Zuhause“ nicht vermittelt

Aron war schon bei der WDR-Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“. „Er war der Einzige, der anschließend nicht vermittelt werden konnte“, sagt Scheibel. Die Zuschauer der Sendung seien meist eher alt, Aron hingegen noch jung und aktiv. Ein potenzieller neuer Besitzer müsste viel mit ihm rausgehen.

Schnappschildkröte“ nennt Scheibel liebevoll den Yorkshire Terrier-Mischling Timmy , der seit Oktober 2018 auf ein neues Zuhause wartet. Er wurde von einer Familie unüberlegt und ohne jede Erfahrung über Ebay angeschafft. Die Leute waren völlig überfordert mit dem kleinen Terrier, der den Menschen seines Herzens beschütze. Der Neunjährige sei laut Scheibel kein Anfängerhund und mag Frauen lieber als Männer.

Sue ist ein reinrassiger Herdenschutzhund. Im Tierheim gehen derzeit immer zwei Männer gleichzeitig mit ihm spazieren, da der fünfjährige Kangal sehr kräftig ist. Sein neuer Besitzer sollte also kräftig sein, ebenerdig wohnen mit einem großen Garten. Auch ein anderer Hund dürfe durchaus vorhanden sein, dieser müsse dann aber auch kräftig sein.

Ein bisschen hyperaktiv ist hingegen Biene . Sie ist noch sehr jung – nicht mal ein Jahr alt – und kann nie ausgelastet werden. „Sie braucht definitiv jemanden, der höchstaktiv und bereit ist, 24 Stunden am Tag den Hund zu beschäftigen“, so Scheibel. „Ich könnte mir vorstellen, wenn der Hund eine Zeit lang in einem Zuhause ist, dass er dann auch runterfährt“, hofft der Tierschützer.

Erwachsene Hunde bieten Vorteile zu Welpen

Meistens sei es leichter, junge Hunde zu vermitteln, so Scheibel. Dabei betont er auch die Vorteile von älteren Tieren. „Bei erwachsenen Hunden aus dem Tierheim wissen sie genau, was sie haben.“ Bei Welpen sei die Prägephase hingegen noch nicht gelaufen und es könne noch einiges schief gehen.

Im Moment laufe vermittlungstechnisch nicht sehr viel, da es noch die Nach-Weihnachtszeit ist. Aber Wolfgang Scheibel hofft, dass sich das bald wieder ändert und auch einige seiner Problem-Schützlinge ein neues Zuhause finden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben