Neubaupläne

Herne: Schrotthaus – Abriss und Neubau rücken näher

Die Schrottimmobilie an der Wiescherstraße/Ecke Sodinger Straße soll demnächst einem Neubau weichen.

Die Schrottimmobilie an der Wiescherstraße/Ecke Sodinger Straße soll demnächst einem Neubau weichen.

Foto: Archivfoto. Ralph Bodemer / WAZ FotoPool

Herne.  Die Schrottimmobilie an der Ecke Wiescherstraße/Sodinger Straße soll endlich weichen. Diese Pläne hat Lidl für das Grundstück.

Die WAZ hatte vor einigen Wochen ein Auswahl an Projekten vorgestellt, bei denen nach der ersten Präsentation lange nichts Sichtbares passiert ist. In diese Aufzählung hätte auch die Schrottimmobilie an der Ecke Wiescherstraße/Sodinger Straße gut gepasst. Doch nun könnte tatsächlich Bewegung in die Angelegenheit kommen.

Haus und Grundstück standen in den vergangenen Jahr mehrfach im Fokus. Im Oktober 2014 führte die Stadt Herne mit der Polizei dort eine Razzia durch, weil 20 Menschen ohne Erlaubnis in dem unbewohnbaren Gebäude hausten. Im Sommer 2016 stellte der Wanne-Eickeler Unternehmer Thomas Madajewski Pläne für ein Wohn- und Geschäftshaus mit sechs Etagen vor. Als Fertigstellungsdatum wurde Ende 2017 genannt. Doch im Mai 2017 bestätigte Madajewski, dass die Pläne gescheitert seien. Er habe keine Einigung mit dem Eigentümer des Nachbargrundstücks erzielen können, auch seien die Forderungen der Stadt in Sachen Stellplatznachweis zu hoch gewesen. Im April vergangenen Jahres teilte der Discounter Lidl mit, dass er das marode Haus inklusive Grundstück gekauft habe. Der Abriss solle noch im Sommer erfolgen.

„Es handelt sich um ein Grundstück mit Macken“

Doch bislang war dort kein Abrissbagger zu sehen. Den Grund dafür nannten nun Lothar Rungenhagen und Sonja Opitz, bei Lidl verantwortlich für die Immobilien, im Gespräch mit der WAZ-Redaktion: „Es handelt sich um ein Grundstück mit Macken.“ So liegen unter dem Grundstück zahlreiche Leitungen der Stadtwerke. Hier galt es, Rechte zu klären. Viel schwerwiegender sei aber das Grundstück selbst, so Rungenhagen und Opitz. Es sei quasi „gefangen“, weil es keine Erschließung dafür gebe. Dafür benötigt Lidl ein Grundstück, das bislang im Besitz der Stadt ist. Beim Discounter wartete man bislang darauf, dass der Kaufvertrag mit der Stadt unterzeichnet wird. „Der Kaufvertrag für das Haus gilt nur, wenn auch der Kaufvertrag mit der Stadt zustande kommt“, so Rungenhagen und Opitz.

Die Pläne für diese prominenten Ecke liegen längst bereit und wurde bereits im Gestaltungsbeirat vorgestellt. Nach den Plänen des Herner Architektenbüros „Agis Planen Beraten“ soll ein zweigeschossiges Gebäude entstehen. Zwar ist das Nachbargebäude deutlich höher, doch um ähnlich hoch zu bauen, müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werde - das würde eine weitere erhebliche Verzögerung bedeuten. In das Gebäude soll eine Bäckerei einziehen, die auch das Obergeschoss nutzen könne. Auch eine Außenterrasse sei vorgesehen. Man sei im Gespräch mit mehreren möglichen Mietern.

Neue Zufahrt zum Lidl-Markt entlastet Kreuzung

Einige Meter weiter hat Lidl bereits Fakten schaffen können. An der Wiescherstraße ist ein Gebäude abgerissen worden, um an dieser Stelle eine Zufahrt zum Lidl-Markt zu schaffen. Mit dieser Zufahrt könne einerseits die Kreuzung Wiescherstraße/Sodinger Straße entlastet werden (weil es zum Lidl-Markt bislang nur die Zufahrt über die Sodinger Straße gab). Andererseits rücke man mit dieser Zufahrt einige hundert Meter näher an Constantin heran und trage ein wenig zur Nahversorgung des Ortsteils bei. Der Lidl-Markt selbst bleibe im Zuge der Pläne unangetastet und werde nicht vergrößert.

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