Feuerwache

Herne: Neue Feuerwache wird in Horsthausen gebaut

Die alten Hallen an der Werkshallenstraße werden der neuen Feuerwache weichen.

Die alten Hallen an der Werkshallenstraße werden der neuen Feuerwache weichen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Stadt Herne hat nach langer Suche einen Standort für den Neubau der Feuerwache gefunden: Ein ehemaliges Werksgelände in Horsthausen.

Herne hat einen Standort für eine neue Feuerwache gefunden, die die maroden Gebäude an der Sodinger Straße ersetzen soll. Die Präsentation am Freitag im Rathaus bot eine Überraschung: Denn die Wache zieht weder auf das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, noch zur A42-Anschlussstelle Crange, die bislang im Gespräch waren, sondern auf ein Areal an der Werkshallenstraße.

Damit kann die Verwaltung mit deutlicher Verzögerung den Ratsbeschluss aus dem Jahr 2017 umsetzen. Der sah eigentlich vor, dass die neue Wache bis 2022 fertiggestellt ist. Kämmerer Hans Werner Klee geht nun von einem Realisierungszeitraum bis 2024 oder 2025 aus, die Kosten könnten bei rund 80 Millionen Euro liegen. Klee: „Die neue Feuerwache ist das größte Investitionsprojekt, das Herne jemals gestemmt hat.“

Bei der Planung müssen viele Rahmenbedingungen beachtet werden

Dass die Suche nach einem neuen Standort so lange Zeit in Anspruch genommen hat, hängt auch mit den zahlreichen Rahmenbedingungen zusammen, die bei der Planung zu beachten sind. Ein wichtiges Kriterium ist beispielsweise, ob von dort der Einsatzort für die ersten Kräfte in acht Minuten zu erreichen ist, für weitere Kräfte in zwölf Minuten. Weitere Vorgaben sind unter anderem die Erreichbarkeit, die Zahl der Zufahrten, aber auch die Frage, ob dort ein Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Platz finden kann. Das rund 25.000 Quadratmeter große Grundstück erfülle diese Voraussetzungen, so Feuerwehr-Dezernent Frank Burbulla, unter anderem sei die A42-Anschlussstelle Horsthausen schnell erreichbar.

Mit dem Neubau sei auch eine Neuausrichtung möglich. So könnten an der Werkshallenstraße verschiedene Bereiche zentralisiert werden. Burbulla nannte den vorbeugenden Brandschutz, der bislang in Wanne-Eickel untergebracht ist, und Räumlichkeiten für einen Krisenstab. Burbulla brachte die Freude darüber, dass endlich eine Lösung gefunden worden ist, auf folgenden Nenner: „Die Feuerwehr brennt für dieses Projekt.“

Für das neue Grundstück gibt es bereits Baurecht

Für Klee hat das Grundstück einen weiteren großen Vorteil: Da es dort bereits Baurecht gebe, könne die Stadt sofort in die Planungen einsteigen. Es müssten allerdings die bestehenden Gebäude abgerissen werden. Beim ehemaligen Güterbahnhof hätte die Stadt noch ein Grundstück hinzukaufen müssen und einen Bebauungsplan aufstellen müssen. Das hätte zu einer weiteren Verzögerung von eineinhalb Jahren geführt. Außerdem berge das Areal des Güterbahnhofs im Untergrund womöglich die ein oder andere unangenehme Überraschung wie unbekannte Fundamente.

Deshalb hatte die Stadt bereits vor einiger Zeit ein Auge auf das Gelände an der Werkshallenstraße geworfen. Das befand sich jahrelang im Besitz des Automobilzulieferers Dura in Plettenberg, wurde allerdings nur als Lager genutzt. Doch bevor die Stadt zugreifen konnte, sei es ihr „vor der Nase“ weggekauft worden, so Klee - vom Unternehmen Safebox, das dort Lagermöglichkeiten für Betriebe, aber auch Privatpersonen anbot.

Standort in Crange bleibt für Wanner Wache im Blick

Mit dieser Lösung sei der Standort in Crange keinesfalls zu den Akten gelegt, so Oberbürgermeister Frank Dudda. Er verwies auf die Tatsache, dass auch für die Wache in Wanne-Eickel an der Stöckstraße eine Alternative gesucht werde.

Der ehemalige Güterbahnhof werde als Gewerbegebiet erschlossen. Dudda verwies darauf, dass Herne vor wenigen Tagen einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 125.000 Euro erhalten habe, um sogenannte City-Hubs für den umweltfreundlichen innerstädtischen Güter- und Lieferverkehr zu finden. Der ehemalige Güterbahnhof könne dafür in Frage kommen.

Mit Blick auf das Umfeld der Werkshallenstraße kündigte Dudda an, dass die Stadt wahrscheinlich bis zum Spätsommer eine Lösung für die leerstehenden Hallen der Firma Herner Glas am Trimbuschhof präsentieren könne.

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