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Herne hat die schlechtesten Übernachtungszahlen in NRW

Umstritten war die Verhüllung von Schloß Strünkede im Sommer. Die Aktion von Ibrahim Mahama dürfte aber manche Touristen angelockt haben.

Umstritten war die Verhüllung von Schloß Strünkede im Sommer. Die Aktion von Ibrahim Mahama dürfte aber manche Touristen angelockt haben.

Foto: Michael Muscheid

Herne.   Herne hat die schlechtesten Übernachtungszahlen aller Großstädte in NRW. Wollen Touristen nicht nach Herne? Das sagt das Stadtmarketing.

Herne hat die schlechtesten Übernachtungszahlen aller Großstädte in Nordrhein-Westfalen. Das zeigen neue Daten von Tourismus NRW. „Warum ist Herne bei Touristen eigentlich so unbeliebt?“ fragt deshalb die Rheinische Post. Alexander Christian, Sprecher der Stadtmarketinggesellschaft Herne, hält dagegen: „Allein aus den Übernachtungszahlen lässt sich noch nicht auf die Beliebtheit schließen.“

Fakt ist: Laut Beherbergungsstatistik von Tourismus NRW verzeichnete Herne 67.792 Übernachtungen im Jahr 2017, im ersten Halbjahr 2018 waren es 31.277 – sogar noch mal 11,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Pro Einwohner gerechnet, ist Herne damit Schlusslicht unter allen Großstädten in NRW – mit Abstand. Die Herner, stellt die Zeitung Rheinische Post deshalb fest, seien „meist unter sich“.

Viele Tagestouristen

Stimmt nicht, heißt es beim Stadtmarketing (SMG). Die Gesellschaft beobachte, dass es viele Tagestouristen in diese Stadt ziehe. So locke etwa die Cranger Kirmes Hundertausende von außerhalb, sagt Sprecher Christian. „Auch die vielen einzigartigen Kulturmarken wie der Mondpalast, das LWL-Museum für Archäologie, das Schloß Strünkede und die Siedlung Teutoburgia locken Besucher.“ Nicht zuletzt sei in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach Tagungs- und Eventräumen gestiegen.

Dennoch: Übernachten wollen die Touristen, die nach Herne kommen, laut Statistik hier eher nicht. „Ein großes Drei-Sterne-Hotel mit entsprechender Bettenzahl könnte leicht dafür sorgen, dass Herne in der Statistik künftig besser dasteht“, meint SMG-Sprecher Christian.

Van Dillen: Weiter am Imagewandel arbeiten

Überhaupt biete die Stadt mit ihrer zentralen Lage und günstigen Verkehrsanbindung im Ruhrgebiet „viel Raum für eine Erhöhung der Bettenzahl“. Deshalb begrüße die Gesellschaft auch den geplanten Hotel-Neubau an der Holsterhauser Straße.

Hendrik van Dillen, Chef des Parkhotels, äußert sich ähnlich. Die Erfahrung mit seinen Geschäftsreisenden, aber auch den Freizeit-Touristen zeige, dass Herne „einen ganz ausgezeichneten Standort“ habe, so der Geschäftsführer des „ersten Hauses am Platze“.

Dennoch müssten die großen Chancen der Stadt besser genutzt werden. Dazu gehöre etwa ein Ausbau der Radwege. Nicht zuletzt aber müssten den Besuchern die Möglichkeiten in der Region besser näher gebracht werden. Auch müsse weiter am Imagewandel des Ruhrgebiets gearbeitet werden; nicht mal in den Köpfen aller Bürger sei er angekommen.

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