Fußball-WM

Herne fiebert dem Anpfiff der Weltmeisterschaft entgegen

Die Fußballkunst der Brasilianer - im Bild Superstar Neymar - steht in auch in Herne hoch im Kurs. Zum Beispiel beim Vorsitzenden des Stadtsportbundes.

Die Fußballkunst der Brasilianer - im Bild Superstar Neymar - steht in auch in Herne hoch im Kurs. Zum Beispiel beim Vorsitzenden des Stadtsportbundes.

Foto: Ronald Zak, dpa

herne.   Vor dem Start: Wie sich der Revierpark fürs Public Viewing rüstet, warum Polen in Herne die Nummer 2 ist und ein Italiener in die Röhre schaut.

Jetzt geht’s lo-hos: Ab 17 Uhr rollt am Donnerstag, 14. Juni, bei der Weltmeisterschaft in Russland der Ball. Auch in Herne steigt das Fußballfieber. Einige Schlaglichter.

Island? Fehlanzeige

Schwarz-Rot-Gold regiert – zumindest zahlenmäßig. 132 844 Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit leben in Herne und Wanne-Eickel. Die Polen stellen mit 2031 Menschen die zweitgrößte WM-Nation vor Serbien (600), Marokko (579) und Kroatien (397). Gar nicht vertreten in Herne sind Argentinien, Uruguay, Panama und Island.

Public Viewing

Der Countdown läuft: Das Gerüst für die Großbild-Leinwand der Public-Viewing-Arena im Revierpark sowie die Überdachung für den VIP-Bereich stehen bereits. Die Leinwand selbst, die Technik, Bier- und Imbisswagen sowie der Rest vom WM-Fest sollen folgen. Bei der deutschen WM-Premiere am Sonntag um 17 Uhr gegen Mexiko und bei den hoffentlich sechs weiteren Partien der Löw-Elf (dann wäre Deutschland nämlich im Finale) sollen im Biergarten bei freiem Eintritt bis zu 1200 Besucher Platz finden. Veranstalter Norbert Menzel hat übrigens zurzeit eine ganz besondere Affinität zu Wetterdiensten. Der aktuelle Wasserstand: „23 Grad und trocken - so lautet zurzeit die Vorhersage. Das wäre doch das ideale Wetter“, sagt Norbert Menzel hoffnungsvoll.

Das Zweitteam

Ganz klar: Herne fiebert zunächst mal für Deutschland. Und dann? Hans Peter Karpinski hat eine besondere Affinität zu den Brasilianern und deren spektakulärer Fußballkunst. „Und das eigentlich schon immer“, sagt der Vorsitzende des Stadtsportbundes (SSB). Sportdezernent Johannes Chudziak hält es eher mit Pogba, Griezmann & Co, sprich: mit Frankreich. Vielleicht auch deshalb, mutmaßt Chudziak, weil das Nachbarland zu seinen bevorzugten Urlaubszielen gehöre.

Biermanns Matrix

Wenn man nach der WM wissen möchte, warum – sagen wir mal: – Island Weltmeister geworden ist, kann man sich dies von einem Herner erklären lassen. Sport-Journalist und Taktikexperte Christoph Biermann („11 Freunde“) hat zur WM sein neues Buch „Matchplan - Die neue Fußball-Matrix“ vorgelegt, in dem der gebürtige Herner sich mit dem Zahlenfetisch und den Wahrscheinlichkeiten des Fußballs beschäftigt. Ein Buch nicht nur für Nerds (14,99 Euro; 283 Seiten; Kiwi-Verlag).

Der Tipp

Russland siegt beim WM-Eröffnungsspiel mit 1:0 gegen Saudi-Arabien durch ein Elfmetertor in der 84. Minute durch Stürmer Fedor Smolov, glaubt zumindest die WAZ Herne.

Das seltsame WM-Gefühl des Marco A.

804 Italiener gucken in Herne bis zum Finale am 15. Juli in die Röhre, weil „ihr“ Team sich erstmals seit 60 Jahren nicht für die Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. So viele Menschen mit ausschließlich italienischem Pass leben nämlich aktuell nach Angaben der Stadt in Herne. Marco Ardu ist einer von ihnen.

„Das ist ein seltsames Gefühl“, sagt der frühere Trainer des Wanne-Eickeler Kreisligisten ASC Leone am Mittwoch zur WAZ. Das große Kribbeln habe bei ihm - anders als vor früheren Weltmeisterschaften - noch nicht eingesetzt. Er werde sich trotzdem viele Spiele im Fernsehen anschauen, sagt der 44-Jährige. Besonders freue er sich auf den Klassiker Spanien gegen Portugal am Freitagabend.

Dem grandiosen Scheitern des viermaligen Weltmeisters Italien kann er sogar etwas Gutes abgewinnen. „Vielleicht war das einfach mal nötig, damit sich Strukturen ändern.“

Seine WM-Favoriten? „Die üblichen Verdächtigen wie Deutschland, Brasilien und Frankreich sowie Belgien“, sagt Ardu. Und dann vielleicht ab 2022 auch wieder Italien . . .

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