Auftritt

Herne: Bundesjazzorchester präsentiert mitreißendes Konzert

Das Bundesjazzorchester zeigte im Kulturzentrum sein Können.

Das Bundesjazzorchester zeigte im Kulturzentrum sein Können.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Das „Bujazzo“, das Bundesjazzorchester, hat in Herne gastiert. Unsere Autorin zeigt sich begeistert von dem Auftritt der Nachwuchstalente.

Fast 700 Besucher sind am Freitagabend zum Konzert des Bundesjazzorchesters ins Kulturzentrum in Herne-Mitte gekommen. Die Nachwuchstalente aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz stellten ihr Können unter Leitung von Jiggs Whigham vor, der auch die Moderation übernahm.

Die Frische des Spiels und der mitreißende Swing des Bundesjazzorchesters begeistern die Zuhörer auf Anhieb: „Because I love you“ von Warren Allen Brooks fesselt durch den authentischen Swing der Bigband, aber auch durch die malerische Melodie des Saxofons, das die junge Solistin Anna Tsombanis aus Wien spielt. Ihre klar intonierten und doch so weichen Einwürfe erinnern zunächst an einzelne Gedanken, die sich nach und nach zu einem Selbstgespräch entwickeln, in ungezwungenen, spontanen Improvisationen, nachdenklich, aber manchmal auch ein bisschen schräg. Daraus entwickelt sich ein Zwiegespräch mit der Big Band, deren Sound immer voller und flippiger wird.

Melodische Farbtupfer setzt Pianist Felix Langemann

Auch Samba und Bossa nova haben in den 1970er Jahren Eingang in die Welt des Jazz gefunden, das zeigt Bujazzo in Julian Adderleys „Introduction to a Samba“. Jiggs Whigham gibt kurz den Rhythmus vor, Schlagzeuger Felix Ambach aus Köln greift ihn sofort in einer Improvisation auf, die das Publikum mit spontanem Applaus würdigt. Eine flippig-unruhige, rassige Melodie entwickelt sich in der Big Band, mit Impuls gebenden Einwürfen von Trompeterin Lisa-Marleen Buchholz und Niko Zeidler am Tenorsaxofon. Melodische Farbtupfer setzt Pianist Felix Langemann über den Schlagzeug betonten Sambarhythmen der Big Band.

Bei aller Klangfülle und Frische des voller Vitalität pulsierenden Sounds überrascht das schlanke, ungemein flexible und bewegliche Klangbild des Nachwuchsorchesters. In Charlie Mendells „The shadow of your smile“ hat die junge Saxofonistin Anna Tsombanis wieder Gelegenheit, ihre virtuose und gleichzeitig so expressive Interpretationskunst unter Beweis zu stellen. Sie setzt mit einer melancholischen, dunkel timbrierten Melodie ein, die ganz selbstvergessen und gleichzeitig souverän vor sich hin träumt, jeder Ton steht hier wie eine eigene Welt. Leise Big Band Akzente wirken wie ein Widerhall auf dieses Lied, in dem Anna Tsombanis ihr Tenorsaxofon fast wie eine menschliche Stimme klingen lässt.

17-jähriger Jakob Manz fasziniert am Altsaxofon

In Dizzy Gillespies „A Night in Tunesia“ faszinierte der erst 17-jährige Jakob Manz am Altsaxofon durch seinen authentischen Sound, die Sicherheit und Frische seines ungemein eindringlichen Spiels und seine Gestaltungskraft. Aus Herne stammt Carlotta Ribbe, die am Vibraphon zusammen mit Bujazzo „You don’t know what love is“, einen Standard aus dem Great American Songbook interpretiert. In den weichen Fluss der Big Band fällt sie mit kurzen Motiven ein, die Band antwortet darauf, so dass sich ein lebhaftes Zwiegespräch in weichem Swing entspinnt.

„Tico Tico“ in einem Arrangement von Bill Holman startet mit einem markanten Auftakt, in die schnellen Rhythmen der Band fällt Carlotta Ribbe mit einer flippigen Improvisation am Vibraphon in rasantem Tempo ein, spontaner Applaus brandet auf. Mit Ashantis träumerischer Klavierballade „Foolish“ und Kenny Clarkes „Sax no end“ ließen die Nachwuchsmusiker von Bujazzo ihr mitreißendes, umjubeltes Konzert ausklingen.

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