Feuerwehr

Herne: Brand eines E-Autos birgt Gefahren für Einsatzkräfte

Ein Elektroauto der Post ist in der vergangenen Woche ausgebrannt.

Ein Elektroauto der Post ist in der vergangenen Woche ausgebrannt.

Foto: News Report

Herne.  In Herne hat nun erstmals ein Elektroauto gebrannt. Das Löschen von E-Autos, so ein Experte, ist nicht einfach – und kann sogar gefährlich sein.

Der Brand eines Elektrofahrzeugs der Post in der vergangenen Woche hat einmal mehr die Diskussion darüber angefacht, ob E-Autos schneller als kraftstoffbetriebene Wagen Feuer fangen. Während der ADAC zwar betont, dass es keineswegs der Fall sei, stellen sich die Feuerwehren nun vermehrt auf solche Ereignisse ein.

Hintergrund: In Herne hat nun erstmals überhaupt ein Elektroauto Feuer gefangen, heißt es bei der Stadt. Dabei war in der Nacht zu Donnerstag auf dem Innenhof der Hauptpost an der Bebelstraße in Herne-Mitte ein E-Fahrzeug der Post komplett ausgebrannt. Ein angrenzendes Gebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen, Postsendungen wurden aber nicht beschädigt, hieß es. Auch öffnete die Post für den Kundenverkehr wie üblich. Die Polizei geht von einem technischen Defekt aus, so ein Polizeisprecher.

Die städtische Feuerwehr prüfe nun, ob man mit Ausrüstung und Ausstattung hinreichend für eine Brandbekämpfung gewappnet sei, so die Stadt. Bei den Kollegen in Dortmund – dort ist das Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie beheimatet – berichtet Sprecher André Lüddecke, dass das Risiko eines Brandes in einem E-Auto als vergleichsweise gering eingestuft werden könne. Aber: Wenn es einmal brenne, dann gebe es Varianten, um das Feuer zu löschen.

Autos können in Container mit Wasser gelagert werden

Zum Löschen werde, auch wenn es sich um elektrisch betriebene Wagen handele, Wasser verwendet. Es könne aber erforderlich sein, das Auto, um ein sicheres Abkühlen von überhitzten Batterien zu gewährleisten, rund 24 Stunden in einem mit Wasser gefüllten Container zu lagern. Da die allermeisten Feuerwehren ohnehin über solche Mulden verfügten, erklärt Lüddecke, bräuchten sie auch keine neuen anschaffen. Eine andere Variante, um dem Feuer Herr zu werden, bestehe darin, den Wagen in einem geschlossenen System zu begasen.

Das Verfahren sei unter Umständen aufwendiger, allerdings falle hier kein durch die Batteriechemikalien belastetes Wasser an. Wenn sich Feuerwehren für diese Lösung entscheiden sollten, „müssen sie allerdings das entsprechende Equipment anschaffen“, so der Sprecher.

Elektrokabel können höchst gefährlich werden

Er weist allerdings auf ein anderes Handicap hin, auf das sich die Feuerwehrleute einstellen müssten. Vom Prinzip her sorge zwar die Technik des Fahrzeugs dafür, dass bei einem Unfall das Hochvoltsystems des Autos automatisch abgeschaltet werde. Man könne aber nicht vollkommen sicher sein, dass überhaupt kein Strom mehr fließe. Daher dürften Einsatzkräfte auf keinen Fall die Leitungen touchieren oder gar beschädigen. Das könne sie in Lebensgefahr bringen.

Um hier auf Nummer sicher zu gehen, wo die Kabel liegen, sei es erforderlich, Datenblätter zu den einzelnen Modellen zur Hand zu haben. Die Dortmunder Wehr sei inzwischen mit Tablets ausgestattet, um per Autokennzeichen beim Kraftfahrtbundesamt an solche erforderlichen Daten für den Unfallwagen zu gelangen. Damit die Feuerwehrleute im Ernstfall aber auch wüssten, welche einzelnen Schritte zu befolgen seien, „müssen die Mitarbeiter entsprechend geschult werden“, so der Sprecher. Das jetzige Handling sieht er als durchaus verbesserungswürdig und optimierbar an. Für die Feuerwehren bleibe es für die nächste Zeit eine Herausforderung, weitere Lösungen zu entwickeln.

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