Kleingärten

„Grüne Oase“ richtet „barrierefreien Projektgarten“ ein

Die Kleingärtner (v.l.) Horst Metzger (87), Kryssztof Knopp (42), Hans-Dieter Volbach (74) und Thomas Volbach (46) im barrierefreiem Projektgarten beim KGV Grüne Oase an der Kremerstraße.

Die Kleingärtner (v.l.) Horst Metzger (87), Kryssztof Knopp (42), Hans-Dieter Volbach (74) und Thomas Volbach (46) im barrierefreiem Projektgarten beim KGV Grüne Oase an der Kremerstraße.

Foto: Barbara Zabka

Herne.   Der Kleingartenverein in Horsthausen denkt an Ältere und Menschen mit Handicap: Sie sollen zu dritt oder viert einen Garten bewirtschaften.

In den vergangenen Monaten ist bei den Kleingärtnern der Grünen Oase an der Kremerstraße eine Idee gereift: Sie möchten Senioren oder auch Menschen mit Handicap eine besondere Chance eröffnen, sich am Leben im Verein zu beteiligen und im wahren Wortsinn die Sonnenseiten zu genießen.

Drei bis vier Interessenten sollen gemeinsam eine der 42 Parzellen bewirtschaften, allerdings nur in dem Maße, wie sie es noch leisten können und wollen. Der Ort soll ihnen nämlich auch zu Rast, Ruhe und Erholung dienen. Sollte Hilfe erforderlich sein, springen die übrigen Kleingärtner in die Bresche.

Mannigfaltige Verpflichtungen

„Durchschnittlich gibt pro Jahr einer der Mitglieder den Grund und Boden auf, weil er aus Altersgründen es einfach nicht mehr schafft, sich um alle erforderlichen Aufgaben zu kümmern“, berichtet Vorsitzender Thomas Volbach. Jeder Pächter habe nun mal ein volles Programm zu erfüllen.

Nicht nur der Anbau von Gemüse sowie die Pflege von Bäumen und Sträuchern gehören zu den Verpflichtungen, Pächter müssen sich auch um ihre Laube und im Herbst ums Laub kümmern. Die Wege müssen gefegt, Unkraut beseitigt werden. Kurzum trägt der Pächter eine Menge an Verantwortung für einen ordentlichen Zustand seiner Parzelle, die eine Fläche von immerhin 300 Quadratmetern aufweist.

Barrierefreier Garten als Alternative für Senioren

Solche Herausforderungen zu meistern, wird für ältere Pächter von Jahr zu Jahr schwieriger, weiß Volbach. Da man sich aber als Gemeinschaft verstehe und dem Miteinander große Bedeutung zumesse, habe der Verein überlegt, mit welchen Alternativen den Senioren geholfen werden könne. „Wir haben deshalb das Modell eines barrierefreien Projektgartens“ entwickelt. Und das sieht wie folgt aus: Eine Parzelle, die vor einiger Zeit aufgegeben wurde, haben Helfer zunächst komplett leer geräumt, um dann eine neue und moderne Laube zu errichten.

„Das ist aber noch längst nicht alles, wir haben auch dafür gesorgt, dass drei Hochbeete und ein Tischbeet ihren Platz finden“, so Volbach. Das erleichtere die Pflegearbeiten deutlich. Das ständige Bücken werde nämlich mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Schließlich haben nach den Worten des Vorsitzenden fleißige Helfer neue Wege angelegt und die gesamte Örtlichkeit verschönert.

Aufwand verringert sich

Wenn sich nun Interessenten melden, die Spaß an einer Parzelle haben, können sie noch rund ein Drittel der Fläche nach eigenem Gutdünken gestalten. „Wir stellen uns vor, dass sich drei bis vier Leute des Grundstücks annehmen“, betont Volbach. Mit einer solchen Gemeinschaftslösung verringere sich der Aufwand für jeden Einzelnen.

Sollte immer noch zu viel Arbeit übrig bleiben, können die Pächter auf die Hilfe der Kollegen setzen. Von den Pflichtstunden, die jeder im Verein für die Anlage aufbringen muss, sei ein Teil dem Projektgarten vorbehalten. „Die Senioren sollen einfach mal ausspannen können“. Die Kleingärtner sind nun sehr gespannt, ob sie eine Saat gesät haben, die auch in anderen Anlagen wachsen wird. Bislang gibt es solche Vorhaben in Herne noch nicht, sagt Volbach.

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