St. Peter-Ording

Großfamilie gerät an „Schlüsselnotdienst-Mafia“ aus Herne

Vorsicht bei Notfällen: Die Polizei Flensburg berichtet über einen Vorfall in St. Peter-Ording mit einem unseriösen Schlüsselnotdienst-Anbieter aus Herne (Symbolbild).

Vorsicht bei Notfällen: Die Polizei Flensburg berichtet über einen Vorfall in St. Peter-Ording mit einem unseriösen Schlüsselnotdienst-Anbieter aus Herne (Symbolbild).

Foto: Holger Hollemann / dpa

Herne/St. Peter-Ording.   Eine Familie aus Bayern ist bei einem Urlaub an der Nordsee an einen unseriösen Herner Schlüsselnotdienst geraten. Die Polizei konnte eingreifen.

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Eine bayrische Familie sei beim Urlaub in St. Peter-Ording an der Nordsee gerade noch vor einem unseriösen Schlüsselnotdienst aus Herne gerettet worden, berichtet die Polizei Flensburg.

Nachdem das jüngste der vier Kinder die Familie beim Abendessen versehentlich aus dem Ferienhaus ausgesperrt hatte, baten die Urlauber den Vermieter und gleichzeitig die Polizei um Hilfe. Der Vermieter vermittelte die Rufnummer eines Schlüsselnotdienstes und bat darum, Tür und Schloss nicht zu beschädigen.

Privat-Pkw mit Essener Kennzeichen fuhr vor

Beim Eintreffen vor Ort wurden die Beamten stutzig: Der Schlüsseldienst sollte knapp zwei Stunden benötigen, so die Ansage. Die Rufnummer war eine lange Handynummer und stammte aus dem Internet, allerdings unter den Suchbegriffen „Schlüsseldienst“ und „Sankt Peter-Ording“, so die Polizei. Die Familie berichtete, dass sie bereits mehrfach erfolglos versucht hatte zurückzurufen. Zwischenzeitlich hatte sich das Unternehmen immer mit „Notdienst“ und ohne jeglichen Namen gemeldet.

Da diese Umstände nach Einschätzung der Polizei auf die sogenannte „Schlüsselnotdienst-Mafia“ hindeuteten, schlugen die Beamten vor, einen ortsansässigen Schlüsseldienst zu beauftragen. Dem stimmten die Urlauber zu. Inzwischen kam jedoch der zuvor beauftragte Schlüsselnotdienst an – zum Erstaunen aller in einem Privat-Pkw mit Essener Kennzeichen. Auf Nachfrage gab der Monteur an, dass er zu einer Firma mit Hauptsitz in Herne gehöre, aber derzeit in Hamburg stationiert sei. Das sei eine Art Außenstelle. Eine genaue Adresse in Hamburg konnte er jedoch nicht benennen.

Polizei empfiehlt ortsansässige Notdienste

Mit seinem unseriösen Geschäftsgebaren konfrontiert, bot er der Familie an, die Tür kostenlos und ohne Beschädigung zu öffnen, da sie so lange warten musste. Leider bekam der Monteur die Tür nicht geöffnet, weil ihm das nötige Werkzeug fehlte. Nach Angabe seiner Personalien bei der Polizei trat er die Heimfahrt nach Hamburg an. Dem ortsansässigen Schlüsseldienst gelang es kurz darauf, die Tür zu öffnen.

Die Polizei warnt noch einmal eindringlich: „Sollten Sie einmal dringend einen Notdienst – Schlüsseldienst, Klempner, Elektriker, Hausgeräte-Service – benötigen, suchen Sie sich möglichst einen ortsansässigen Anbieter, welcher auch entsprechende Geschäftsräume vor Ort hat und über eine Telefonnummer mit der richtigen Ortsvorwahl verfügt.“

Gefahr bestehe insbesondere bei der Suche im Internet und in den Gelben Seiten. „Erfragen Sie den Preis und lassen Sie sich vor Ort nicht unter Druck setzen, sofort, in bar und vor allem deutlich mehr zu bezahlen“, empfiehlt die Polizei. Es gebe immer die Möglichkeit, später beziehungsweise auf Rechnung zu zahlen. „Im Zweifel oder wenn Sie sich bedroht fühlen, rufen Sie die Polizei unter der Notfallnummer 110 hinzu.“

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