Innenstadt

Große Zustimmung zum Hertie-Abriss in Herne

Die Stadt will die Hertie-Ruine abreißen lassen. Die Pläne stoßen in Politik und Handel auf breite Zustimmung.

Die Stadt will die Hertie-Ruine abreißen lassen. Die Pläne stoßen in Politik und Handel auf breite Zustimmung.

Foto: WAZ FotoPool

Herne.   Große Zustimmung zum Abriss des Hertie-Hauses in Herne: CDU und FDP hoffen auf eine schnelle Aufhebung des Denkmalschutzes. Robert-Brauner-Platz, sagt die Union, könnte ein neuer Schwerpunkt der Innenstadt-Entwicklung werden. Kritik kommt von Piraten/AL.

Die Strategie der Stadt, die Hertie-Ruine zu kaufen, aus dem Denkmalschutz zu lösen, abreißen zu lassen und das Grundstück an einen Investor zu verkaufen, stößt in der Politik und im Handel in weiten Teilen auf große Zustimmung.

CDU-Fraktionschef Markus Schlüter begrüßt, dass die Stadt nun das Heft des Handelns in die Hand bekommen soll. Allein: Es verbleibe das „Damoklesschwert Denkmalschutz“. Schlüter hofft, dass dieser zügig fällt, damit das Gebäude abgerissen und an selber Stelle neu gebaut werden könne. Entstehen müsse dann am Robert-Brauner-Platz „ein neuer Schwerpunkt für die Innenstadt-Entwicklung“.

Die Meinung der FDP ist eindeutig: Weg mit dem alten Kasten. „Sollte das Vorhaben wie geplant gelingen, wird ein wichtiges Signal für die Bahnhofstraße vorausgeschickt: Durch den Abriss des Gebäudes kann dann eine städtebaulich und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung des Grundstücks erfolgen“, so FDP-Chef Thomas Bloch. Die Stadtentwicklungsgesellschaft handele als „Zwischenakteur“ und werde nach Aufhebung des Denkmalschutzes schnell einen geeigneten Investor finden, der am Standort des Hertie-Hauses zum Beispiel ein gemischtes Wohn- und Geschäftsgebäude errichten könne.

Die einzige Ausnahme im positiven Widerhall ist die Fraktion Piraten/AL. Sie macht sich ob der jüngsten Entwicklung „große Sorgen“, sagt Fraktionschef Andreas Prennig. Es wäre bedauerlich, wenn das Hertie-Haus komplett abgerissen und die denkmalgeschützte Fassade geopfert würde. „Denkmalschutz“, betont Prennig, „gibt es nicht von ungefähr.“ Seine Fraktion plädiert für den Erhalt der Fassade und den (Um-)Bau des Hertie-Hauses in Studenten-Wohnungen. Das würde die Stadt beleben. Anders ein neues Wohn- und Geschäftshaus: Weitere Läden, so Prennig, würden dem Einzelhandel schaden.

Für Elisabeth Röttsches, Vorsitzende des Einzelhandelverbands, ist der Plan der Stadt eine frohe Botschaft. Es sei eine sehr gute Perspektive, wenn das Gebäude nicht mehr die Bahnhofstraße verschandele. Das Filetgrundstück - mit der exzellenten U-Bahn-Anbindung - biete gute Möglichkeiten für ein Wohn- und Geschäftsgebäude. Röttsches verweist auch auf die positive Außenwirkung dieses Schrittes.

Ralf Müller, Immobilienmakler mit Schwerpunkt auf den Handel, lobt ebenfalls den „richtigen Schritt“. Eine neue Bebauung könne den Platz befruchten. Er ist sich allerdings nicht sicher, ob die Innenstadt weiteren Einzelhandel benötige. Außerdem macht er sich wenig Hoffnung, dass auch das ehemalige Stadtwerkehaus wiederbelebt wird.

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