Fidena-Festival

Gespenstisch-komischer „Trickster“ in den Flottmannhallen

Jan Jedenak spielte in den Flottmann-Hallen die Figur des Tricksters.

Foto: Sabrina Didschuneit

Jan Jedenak spielte in den Flottmann-Hallen die Figur des Tricksters. Foto: Sabrina Didschuneit

Herne.   Dekoltas Handwerk gastierte mit einer bizarren One-Man-Show innerhalb des Figurentheater-Festivals Fidena.

Eine kleine Handpuppe weist die zahlreichen Besucher auf die Sitze: „Husch, husch, denn es ist schön, wenn man seinen Platz gefunden hat.“ Der da spricht, hat seinen Platz noch nicht gefunden. „Ich brauche Ihre Hilfe, um mich wieder mit dieser Welt zu verbinden.“ Das steht auf den Zetteln, die in schwarzen Umschlägen unter den Sitzen stecken – und für einige Gäste auch Anweisungen bereithalten.

Halbseidene Gestalt

„Trickster – Fang mich, wenn Du kannst!“ nennt sich das, was sich Jan Jedenak alias Dekoltas Handwerk ausgedacht hat. Der „Trickster“ gilt in Mythologie und Literatur als halbseidene Gestalt, die Unordnung stiftet. An diesem Abend ist Empathie gefragt, das Mitmachen des Publikums. Jedenak kommt doppelgesichtig, maskiert, als Torso mit wirren gelben Haaren steckt er in einem Podest, aus einem Tabernakel schießt er Rauchringe durch die Gegend und ins Publikum. „Wir sind doch hier, um berührt zu werden, Gisela“, sagt er eingangs. So soll es sein, doch es darf kein direkter Kontakt sein. In der nun folgenden Stunde will Jedenak abgeschossen werden. Die Besucher werfen mit Bällen auf ihn, die von der Decke fallen. Ein paar schmeißen Schuhe nach ihm. Am Ende befolgt greift eine Frau zum Gewehr und schießt auf den Trickster. Bumm, Funken, Erlösung. Jetzt erst lässt Jedenak die Masken fallen und kriecht, nur mit einer kurzen Hose bekleidet, an den Bühnenrand und singt. Starker Applaus. Kein Stillstand, keine Minute Langeweile. Diese Stunde war fast zu kurz.

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