Gesellschaftskomödie mit Tempo und Witz

In der spritzigen Gesellschaftskomödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“ von Neil Simon haben am Donnerstagabend im Kuz die TV-Stars Martin Lindow und Sabine Kaack unter der Regie von Ulrich Stark in einem Gastspiel des Theaters im Rathaus Essen für beste Unterhaltung gesorgt.

In der spritzigen Gesellschaftskomödie „Der letzte der feurigen Liebhaber“ von Neil Simon haben am Donnerstagabend im Kuz die TV-Stars Martin Lindow und Sabine Kaack unter der Regie von Ulrich Stark in einem Gastspiel des Theaters im Rathaus Essen für beste Unterhaltung gesorgt.

Barney Cashman, ein Mann in den „besten Jahren“, bieder und mit subtilem Charme, verkörpert von Martin Lindow, will es noch einmal wissen. Genau gesagt, er will überhaupt wissen, wie es denn mit einer anderen Frau wäre, denn bisher hat er streng monogam gelebt. Deshalb verabredet er sich im pinkfarbenen, penibel ordentlichen Appartement seiner Mutter mit Elaine (Sabine Kaack), Bobbi (Marie Anna Suttner) und Jeannette (Sabine Kaack). Aber es kommt nie zu dem erhofften Erlebnis.

Die forsche Elaine will keine Romanze, sondern den sexuellen Akt; die junge Nachtclubsängerin Bobbi entpuppt sich als selbstverliebte Quasselstrippe, die mit einem gemeinsamen Joint zufrieden ist, und Jeannette gar lebt ihre Depression voll aus und macht aus dem Rendez-vous eine Therapiesitzung. Wenn „Mann“ da auf der Suche nach Freiheit nicht ein Eigentor geschossen hat. Alle diese Damen wollen nämlich nicht ihn, sondern Selbstbestätigung. Aber hat er denn umgekehrt etwas anderes bei ihnen gesucht?

Neil Simons scharfzüngige Komödie prangert nicht an, sondern konfrontiert den Zuschauer mit Menschen, die so wie er selbst sind. Jeder kann sich hier wieder finden, denn die Charaktere bleiben nicht stereotyp, sondern sind ganz aus dem Leben gegriffen. Und Wortwitz und Situationskomik leben die Vollblutdarsteller spielfreudig und mit Schwung in einer temporeichen Inszenierung aus, in der Barneys Erkenntnisprozess, dass er doch eigentlich seine Frau liebt, ganz beiläufig passiert. Neil Simons Stück hält uns einen Spiegel vor, aber so, dass wir dabei über uns und unsere Schwächen lachen können, ohne uns bloß gestellt zu fühlen.

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